Safran könnte künftig auch stärker in der Lausitz angebaut werden. Im Projekt „Seenland-Safran“ wird derzeit erprobt, wie sich das als „rotes Gold“ bekannte Gewürz auf den sandigen Böden der Region kultivieren lässt. Beim 2. Deutschen Safransymposium im Landkreis Oberspreewald-Lausitz haben sich am Montag Fachleute über Anbau, Ernte und Vermarktung ausgetauscht.
Lausitzer Böden sollen sich für Safran eignen
Safran wird vor allem im Iran, in Afghanistan und im Mittelmeerraum angebaut. In Deutschland ist der Anbau bislang eine Nische. Nach Angaben von Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt könnten klimatische Veränderungen jedoch dazu führen, dass Safran künftig auch hierzulande interessanter wird. Die sandigen Böden der Lausitz gelten dabei als mögliche geeignete Standorte. Im Projekt „Seenland-Safran“ wird untersucht, wie gut sich die mehrjährige Knollenpflanze unter den Bedingungen der Region anbauen lässt.
Bis zu 200.000 Blüten für ein Kilogramm Safran
Die Ernte ist aufwendig: Für ein Kilogramm Safran werden etwa 150.000 bis 200.000 Blüten benötigt. Das entspricht ungefähr einem Hektar Anbaufläche. Bislang werden die empfindlichen Safranfäden überwiegend per Hand geerntet. Im Lausitzer Projekt wird deshalb auch an einem automatisierten Ernteverfahren gearbeitet. Dafür wurde „Seenland-Safran“ bereits mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.
Safran-Eis und Marmelade aus Brandenburg denkbar
Neben dem Anbau spielt auch die Vermarktung eine Rolle. Nach Einschätzung des Landwirtschaftsministeriums gibt es in Brandenburg verschiedene Absatzmöglichkeiten – von der Edelgastronomie im Großraum Berlin bis zu regionalen Spezialitäten. Denkbar seien etwa Safran-Eis, Safran-Marmelade oder Öle mit Safran. Gleichzeitig könnte die Pflanze Vorteile für ehemalige Bergbauflächen haben. Die Knollen bleiben bis zu fünf Jahre im Boden, wodurch regelmäßiges Pflügen nicht notwendig ist. Auch auf Herbizide kann nach Angaben des Ministeriums verzichtet werden.
Fachleute treffen sich in Hermsdorf-Jannowitz
Beim zweiten Deutschen Safransymposium sollen sich Produzenten und weitere Akteure aus der Wertschöpfungskette vernetzen. Veranstaltet wird das Treffen vom Projekt „Seenland-Safran“ gemeinsam mit dem Netzwerk „neuwerg“. Das erste bundesweite Safransymposium fand 2023 im thüringischen Altenburg statt.
Alle weiteren News des Tages aus der Lausitz findet ihr in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

























