Bild: Michael Reichel

Weimarer Dreieck in Dahme-Spreewald: Lübben lädt zum ersten Dreieck-Tag Brandenburgs

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Dahme-Spreewald will die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen direkt in die Region bringen. Am 14. Oktober 2026 findet in Lübben (Spreewald) der erste Weimarer Dreieck-Tag des Landes Brandenburg statt. Eingeladen sind neben Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft auch Schulklassen und die Öffentlichkeit.

Seine Erfahrungen mit der europäischen Zusammenarbeit hat der Landkreis zuvor beim II. Runden Tisch des Weimarer Dreiecks am 29. August in Weimar eingebracht.

Weimarer Dreieck in Dahme-Spreewald soll vor Ort erlebbar werden

35 Jahre nach der Gründung des Weimarer Dreiecks kamen in der Weimarhalle Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Polen zusammen.

Der Runde Tisch bildet das strategische Zentrum des 12-Säulen-Netzwerks des Weimarer Dreieck e. V. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf Europa, Nationen, Regionen, Kommunen, Stiftungen, Vereine, Jugend, Initiativen, Wirtschaft, Erinnerung, Wissenschaft sowie Kunst und Kultur.

Für die Bereiche Regionen und Kommunen war Landrat Sven Herzberger dabei. Er sieht gerade die regionale und kommunale Ebene als entscheidend dafür an, die Zusammenarbeit der drei Länder mit konkreten Projekten zu verbinden.

Dahme-Spreewald baut auf langjähriger Partnerschaft auf

Der Landkreis kann dabei auf bestehende internationale Beziehungen zurückgreifen.

Die Partnerschaft mit dem polnischen Powiat Wolsztyński in der Woiwodschaft Wielkopolskie feierte 2025 bereits ihr 25-jähriges Bestehen.

In dieser Zeit entwickelte sich eine Zusammenarbeit in den Bereichen Verwaltung, Feuerwehr, Gesundheit, Sport, Kultur, Jugend und Seniorenarbeit.

Gemeinsam mit der südfranzösischen Gemeinde Cabestany wurde die deutsch-polnische Verbindung anschließend schrittweise um einen französischen Partner erweitert und damit zu einem regionalen Weimarer Dreieck entwickelt.

Jugendliche aus drei Ländern arbeiten gemeinsam an Projekten

Ein Beispiel für diese Zusammenarbeit ist „Forest Yourself“. Das Projekt wurde von Jugendlichen entwickelt und brachte junge Menschen aus allen drei Ländern zusammen.

Drei Begegnungen führten von der Lieberoser Heide über Cabestany in Südfrankreich bis nach Wroniawy im Powiat Wolsztyński.

Im Mittelpunkt standen Umwelt- und Klimaschutz sowie das Kennenlernen der Lebensräume in den jeweiligen Partnerregionen.

Auch das deutsch-polnisch-französische Mädchenprojekt „Girls without Borders“ wurde beim Treffen in Weimar vorgestellt. Europareferentin Paulina Kleiner, zugleich stellvertretende Vorsitzende des Weimarer Dreieck e. V., präsentierte das Projekt.

Es verbindet Gleichstellung, Jugendbeteiligung und internationale Begegnungen und wurde auf Grundlage der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene entwickelt.

Erster Weimarer Dreieck-Tag Brandenburgs in Lübben

Der nächste große Schritt folgt am 14. Oktober 2026 in Lübben (Spreewald).

Dahme-Spreewald veranstaltet dort gemeinsam mit dem Europaverein Dahme-Spreewald und weiteren Partnern den ersten Weimarer Dreieck-Tag des Landes Brandenburg.

Zusammenkommen sollen die Bereiche Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Jugend, Kultur und Zivilgesellschaft.

Die Schirmherrschaft übernimmt Brandenburgs Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke.

Auch Schulklassen und die Öffentlichkeit sind eingeladen. Über Sprache, Kultur und persönliche Begegnungen sollen Deutschland, Frankreich und Polen unmittelbar erlebbar werden.

Aus dem Aktionstag soll ein dauerhaftes Format entstehen

Der Landkreis plant nicht nur eine einzelne Veranstaltung. Der Weimarer Dreieck-Tag soll zu einem dauerhaften Format entwickelt werden.

Damit sollen bestehende Partnerschaften sichtbarer werden und neue Projekte entstehen. Nach den Vorstellungen des Landkreises könnten künftig auch andere Brandenburger Landkreise, Städte und Gemeinden das Format übernehmen.

Dahme-Spreewald möchte damit Impulse für eine europäische Zusammenarbeit geben, die unmittelbar in den Regionen stattfindet.

Kulturarbeit aus Dahme-Spreewald in Weimar gewürdigt

Neben den Jugendprojekten spielte auch die Kultur eine Rolle.

Die vom Europaverein Dahme-Spreewald gemeinsam mit dem Landkreis im Schloss Neuhaus veranstaltete „Ode an die Freude“ wurde beim Runden Tisch als Beispiel europäischer Kulturarbeit gewürdigt.

Am Treffen in Weimar beteiligten sich darüber hinaus Vertreter aus Politik, europäischen Institutionen, Jugendorganisationen, Wirtschaft und Wissenschaft.

Zu ihnen gehörten unter anderem die Europaabgeordnete Marion Walsmann, Gosia Binczyk von der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, der polnische Botschaftsrat Michał Sarnicki sowie Vertreter des Deutsch-Polnischen und Deutsch-Französischen Jugendwerks.

Auch die Handwerkskammer Erfurt, die Europa-Universität Viadrina, der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Deutsch-Französische Hochschule waren vertreten.

100 Teilnehmer unterzeichnen Erklärung

Zum Abschluss unterzeichneten 100 Teilnehmer die „Erklärung des II. Runden Tisches des Weimarer Dreiecks – Gemeinsam Verantwortung für Europas Zukunft übernehmen“.

Sie soll die Grundlage für die weitere Vernetzung der zwölf Kompetenzbereiche und eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Politik und Zivilgesellschaft bilden.

Landrat Sven Herzberger nahm anschließend an einer Feierstunde zum 70. Jahrestag der Enthüllung des Adam-Mickiewicz-Denkmals sowie an der Festveranstaltung der Thüringer Staatskanzlei zum 35-jährigen Bestehen des Weimarer Dreiecks teil. Unter den Gästen waren Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt und Brandenburgs Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke.

Für Dahme-Spreewald richtet sich der Blick nun auf den 14. Oktober: Dann soll das Weimarer Dreieck beim ersten Aktionstag dieser Art in Brandenburg direkt in Lübben erlebbar werden.

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Autor: Redaktion

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