Der Aufbau der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL) in Cottbus soll auch 2027 und 2028 mit Millioneninvestitionen vorangetrieben werden. Im Haushaltsentwurf der Brandenburger Landesregierung sind für die MUL investive Ausgaben von 39,6 Millionen Euro im Jahr 2027 und 40,3 Millionen Euro im Jahr 2028 vorgesehen. Gleichzeitig sollen auch Hochschulen, Forschung und zahlreiche Kultureinrichtungen weiter finanziert werden.
Millionen für die MUL Cottbus in den kommenden Jahren
Die Landesregierung will den Aufbau der MUL durch Zuschüsse und Kapitaleinlagen fortsetzen. Allein für investive Ausgaben sind nach Angaben des Wissenschaftsministeriums 39,6 Millionen Euro für 2027 vorgesehen. Im Jahr 2028 sollen es 40,3 Millionen Euro sein.
Wissenschaftsministerin Manja Schüle betont zudem, dass der Aufbau der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem nicht zulasten der Finanzierung anderer Hochschulen erfolgen soll.
Die vorgesehenen Mittel sind Teil des Haushaltsentwurfs. Die endgültige Entscheidung über den Haushalt steht noch aus.
Hochschuletat soll auf Rekordniveau steigen
Auch die übrigen Hochschulen sollen mehr Geld bekommen. Die Grundfinanzierung soll auf hohem Niveau fortgeführt und über die sogenannte Hochschultreppe jährlich erhöht werden.
2026 liegen die entsprechenden Ausgaben bei 473 Millionen Euro. Für 2027 sind 478,9 Millionen Euro und für 2028 487,9 Millionen Euro vorgesehen. Nach Angaben des Ministeriums wäre der Hochschuletat damit so hoch wie noch nie.
Für Forschungseinrichtungen sind im Rahmen des Bund-Länder-Pakts für Forschung und Innovation 266,7 Millionen Euro im Jahr 2027 und 271,5 Millionen Euro im Jahr 2028 eingeplant. 2026 sind es 264,7 Millionen Euro.
Der Potsdam Science Park soll ab 2027 jährlich 750.000 Euro erhalten. 2026 sind es 500.000 Euro.
Mehr Geld für Medizinische Hochschule Brandenburg
Neben der MUL Cottbus soll auch die Medizinische Hochschule Brandenburg zusätzliche Mittel bekommen. Ab 2027 sind im Rahmen einer Projektförderung jährlich 6,6 Millionen Euro vorgesehen. Das sind 600.000 Euro mehr als 2026.
Für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen an Hochschulen sollen außerdem weiterhin jährlich rund 30 Millionen Euro aus der Schnellbauinitiative des Bundes zur Verfügung stehen.
Das Programm zur Sanierung und zum Neubau von Studentenwohnheimen soll über den Zukunftsinvestitionsfonds mit 7,75 Millionen Euro fortgeführt werden.
Rund 50 Millionen Euro jährlich für Theater und Orchester
Auch bei Kulturangeboten sieht der Haushaltsentwurf weitere Ausgaben vor.
Der Theater- und Orchesterrahmenvertrag mit den Kommunen für überregional bedeutsame Einrichtungen soll ab 2027 für weitere fünf Jahre fortgeführt werden. Dafür will das Land weiterhin jährlich rund 50 Millionen Euro bereitstellen. Die Theater- und Orchesterpauschale soll erstmals seit 2019 steigen – um acht Millionen auf 30 Millionen Euro jährlich ab 2027.
Für zwei große Kultur-Bauprojekte sind insgesamt rund 23 Millionen Euro aus dem Zukunftspaket Brandenburg vorgesehen. Das Geld soll in ein neues Besucherinformationszentrum in der Gedenkstätte Sachsenhausen und den Umbau des Lichtspieltheaters in Frankfurt (Oder) zum Standort des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst fließen.
Mehr Geld für Musik- und Kunstschulen
Musik- und Kunstschulen sollen ab 2027 zusätzlich 500.000 Euro erhalten. Damit steigt die jährliche Förderung auf 6,6 Millionen Euro.
Für Angebote der kulturellen und musischen Bildung sind jährlich rund 300.000 Euro zusätzlich vorgesehen. Insgesamt sollen dafür 2,67 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.
Die „Kulturellen Ankerpunkte“ sollen 2027 und 2028 jeweils 1,6 Millionen Euro erhalten. Die allgemeine Kultur- und Projektförderung für freie Träger soll ohne Kürzungen mit jährlich 10,5 Millionen Euro fortgeführt werden.
Branitz-Förderung soll ohne Kürzungen weitergehen
Auch für die Lausitz ist eine weitere Entscheidung im Haushaltsentwurf relevant: Die institutionelle Förderung der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz soll ohne Kürzungen fortgeführt werden.
Das gilt ebenfalls für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Beim Denkmalschutz sollen die Mittel für die Denkmalhilfe in Höhe von rund 1,87 Millionen Euro erhalten bleiben.
Weitere Projekte im Doppelhaushalt 2027/28
Für den Kultur- und Denkmalstandort Chorin soll eine Landesstiftung gegründet werden. Ab 2028 sind dafür jährlich 900.000 Euro vorgesehen.
Um einen Parkeintritt für die Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Potsdam zu verhindern, will das Land ab 2027 jährlich 800.000 Euro bereitstellen.
Auch die Förderung jüdischen Lebens soll steigen. Die Mittel für die jüdischen Gemeinden in Brandenburg sollen im Rahmen des novellierten Staatsvertrages ab 2027 auf rund 1,1 Millionen Euro pro Jahr verdoppelt werden.
Insgesamt soll das Ausgabevolumen des Wissenschafts- und Kulturressorts weitgehend stabil bleiben. Nach rund 1,27 Milliarden Euro 2026 sind für 2027 etwa 1,251 Milliarden Euro und für 2028 rund 1,265 Milliarden Euro vorgesehen.
Für Cottbus sticht dabei besonders die weitere Finanzierung der MUL Cottbus heraus: Für die investiven Ausgaben der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem sind für die beiden Jahre zusammen 79,9 Millionen Euro vorgesehen.
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