In Brandenburg sind im vergangenen Jahr 4.695 Menschen eingebürgert worden. Damit ist die Zahl der Einbürgerungen in Brandenburg im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. 2024 waren es landesweit noch 3.764 Einbürgerungen – rund ein Fünftel weniger.
Einbürgerungen in Brandenburg: Deutliche Unterschiede zwischen den Landkreisen
Die meisten Einbürgerungen in Brandenburg wurden im Landkreis Oberhavel registriert. Dort erhielten 648 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit. Am niedrigsten fiel die Zahl im Landkreis Elbe-Elster aus – mit 91 Einbürgerungen.
Die Einbürgerungen in Brandenburg verteilen sich regional sehr unterschiedlich. Während einige Kreise stark betroffen sind, bleiben die Zahlen andernorts vergleichsweise niedrig.
Reform des Staatsangehörigkeitsrechts sorgte für Antragswelle
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Einbürgerungen in Brandenburg liegt in der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2024. Das Innenministerium verweist auf einen starken Zuwachs bei den Anträgen. Dieser haben die zuständigen Behörden erheblich belastet.
Mit der Reform wurde die reguläre Wartezeit für eine Einbürgerung von acht auf fünf Jahre verkürzt. Zusätzlich gab es zeitweise die Möglichkeit einer sogenannten Turbo-Einbürgerung: Wer besondere Integrationsleistungen nachweisen konnte – etwa sehr gute Sprachkenntnisse, ehrenamtliches Engagement oder herausragende Leistungen in Schule oder Beruf – konnte bereits nach drei Jahren eingebürgert werden.
Diese Variante wurde jedoch im Oktober 2025 wieder abgeschafft. Seitdem ist eine Einbürgerung frühestens nach fünf Jahren möglich.
Tausende neue Anträge auf Einbürgerungen in Brandenburg
Parallel zu den steigenden Einbürgerungszahlen bleibt auch die Zahl der Neuanträge hoch. Im vergangenen Jahr wurden bei den Staatsangehörigkeitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte 6.848 neue Anträge gestellt.
Die meisten Anträge gingen in Potsdam ein – insgesamt 1.095. Bereits 2024 lag die Landeshauptstadt mit 1.263 neuen Anträgen an der Spitze. Landesweit wurden damals 7.321 neue Anträge registriert. Auch bei den noch offenen Verfahren führt Potsdam die Statistik an: Ende 2025 waren dort 2.717 Anträge anhängig. Auf Platz zwei folgt dann Cottbus mit 1.196 offenen Verfahren.
Behörden weiter unter Druck
Die hohe Zahl offener Anträge zeigt, dass die Behörden weiterhin stark gefordert sind. Die Einbürgerungen in Brandenburg bleiben damit ein zentrales Thema für Verwaltung und Politik.
Wie sich die Zahlen in den kommenden Jahren entwickeln, dürfte auch davon abhängen, wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Bearbeitungskapazitäten weiter verändern.
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