Der Lehrermangel in Brandenburg spitzt sich weiter zu. Elternvertreter warnen nun davor, dass ab dem neuen Schuljahr nicht mehr überall der Kernunterricht gesichert werden kann. Besonders groß ist die Sorge mit Blick auf die Mittlere Reife und das Abitur.
Auch Elternräte aus der Lausitz, darunter aus Cottbus, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz, haben sich deshalb in einem Brandbrief an die Politik gewandt. Sie fordern schnelle Lösungen, damit Schülerinnen und Schüler nicht mit Lücken in die wichtigen Prüfungen gehen.
Lehrermangel gefährdet den Kernunterricht
Es geht um eine Frage, die viele Familien direkt betrifft: Bekommen Schülerinnen und Schüler genug Unterricht, um ihre Abschlüsse gut vorzubereiten?
Der Lehrermangel ist inzwischen so groß, dass in Brandenburg der volle Unterricht nicht mehr überall garantiert werden kann. Bildungsminister Gordon Hoffmann hatte bereits eingeräumt, dass ab dem kommenden Schuljahr nicht an allen Schulen die vorgesehene Stundentafel vollständig abgesichert werden kann. Demzufolge könnten Unterrichtsstunden angepasst werden, wenn nicht genug Lehrkräfte vorhanden sind.
Für Eltern ist das ein Alarmsignal. Denn gerade in den Abschlussklassen zählt jede Stunde. Vorbereitung auf Prüfungen, Wiederholungen, Nachfragen und gezielte Unterstützung lassen sich nicht einfach durch Selbstlernen ersetzen.
Eltern aus der Lausitz schlagen Alarm
Die Kreiselternräte machen deutlich, dass sie die Situation nicht länger nur als organisatorisches Problem sehen, für sie geht es um Bildungschancen. In ihrem Schreiben kritisieren sie unter anderem, dass ausländische Lehrerdiplome aus EU-Ländern offenbar zu spät anerkannt werden. Würde dieser Prozess schneller laufen, könnten zusätzliche Fachkräfte früher an Schulen eingesetzt werden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bürokratie. Lehrkräfte hätten zu viele Aufgaben neben dem eigentlichen Unterricht, dadurch gehe Zeit verloren, die dringend für Schülerinnen und Schüler gebraucht werde. Die Eltern fordern deshalb nicht nur kurzfristige Notlösungen, sondern konkrete Vorschläge, wie der Kernunterricht mittelfristig verlässlich gesichert werden kann.
Besonders sensibel ist der Blick auf die Abschlüsse. Die Eltern befürchten, dass Schülerinnen und Schüler Nachteile haben könnten, wenn wichtige Unterrichtsstunden ausfallen oder stark reduziert werden. Das betrifft vor allem die Mittlere Reife und das Abitur. Beide Abschlüsse sollen bundesweit anerkannt bleiben und Jugendlichen aus Brandenburg Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf eröffnen. Genau das ist für viele Familien der entscheidende Punkt. Wenn Unterricht fehlt, geht es nicht nur um ein paar ausgefallene Stunden. Es geht um Vorbereitung, Sicherheit und faire Bedingungen für Prüfungen.
Bildungsministerium verweist auf bundesweite Anerkennung
Das Bildungsministerium betont, dass Brandenburger Schülerinnen und Schüler mit ihren Abschlüssen weiterhin bundesweit konkurrenzfähig bleiben sollen. Ziel sei, dass sich Jugendliche aus Brandenburg mit ihren Zeugnissen überall in Deutschland bewerben können. Zugleich verweist das Land darauf, dass Brandenburg in der Oberstufe teilweise mehr Unterricht vorsieht als andere Bundesländer. Trotzdem bleibt der Druck groß, wenn der Lehrermangel vor Ort dazu führt, dass Stunden nicht wie geplant stattfinden können.
Außerdem wird darüber gesprochen, Lehrkräfte innerhalb Brandenburgs anders einzusetzen, um Engpässe auszugleichen. Zunächst soll das freiwillig geschehen, wenn das nicht reicht, könnten auch verpflichtende Umsetzungen eine Rolle spielen.
Familien bleiben vorerst in Unsicherheit
Ein Problem für viele Eltern ist der Zeitpunkt. Konkrete Regelungen und Entscheidungen könnten erst kurz vor dem neuen Schuljahr feststehen. Für Familien, Schulen und Lehrkräfte ist das schwierig. Wer ein Kind in einer Abschlussklasse hat, will wissen, wie die Vorbereitung laufen wird. Auch Schulen brauchen Planungssicherheit, damit Stundenpläne, Prüfungsphasen und Unterstützungsangebote organisiert werden können – gerade in der Lausitz, wo viele Schulen ohnehin mit Personalfragen kämpfen, dürfte die Debatte weitergehen.
Die wichtigsten Entwicklungen des Tages in der Lausitz gibt’s jederzeit in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.

























