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Neuer Report zeigt große Unterschiede zwischen Frauen und Männern

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Montag, 27. Juli 2026“.Liveblog ansehen

Frauen und Männer sind in Brandenburg weiterhin nicht gleichgestellt. Das zeigt der neue Gleichstellungsdatenreport des Landes. Unterschiede bestehen unter anderem beim Einkommen, bei der Arbeitszeit, der Kinderbetreuung und der politischen Teilhabe. Der Bericht untersucht die Lebenssituation von Frauen und Männern in sieben Bereichen. Dazu gehören Demografie, Bildung und Wissenschaft, Erwerbstätigkeit, soziale Lage, Sorgearbeit, politische Teilhabe, Gesundheit und geschlechtsbezogene Gewalt.

Frauen nehmen deutlich länger Elternzeit

Besonders deutlich werden die Unterschiede bei der Betreuung von Kindern. Männer in Brandenburg nehmen durchschnittlich 3,2 Monate Elternzeit. Bei Frauen sind es dagegen knapp 13 Monate. Frauen übernehmen dadurch weiterhin einen größeren Teil der unbezahlten Sorgearbeit. Gleichzeitig arbeiten sie häufiger in Teilzeit als Männer. Positiv bewertet der Report, dass Frauen in Brandenburg vergleichsweise oft in vollzeitnaher Teilzeit beschäftigt sind. Auch die Ganztagsbetreuungsquote liegt über dem bundesweiten Durchschnitt.

Trotzdem führt die Verteilung der Sorgearbeit weiterhin zu einer stärkeren Belastung von Frauen.

Einkommen reicht häufig nicht zur Absicherung

Der Gleichstellungsdatenreport Brandenburg betrachtet nicht nur die Unterschiede beim durchschnittlichen Stundenlohn. Untersucht wurden auch die jährlichen Bruttoeinkünfte und die Möglichkeiten einer eigenständigen Existenzsicherung. Bei rund der Hälfte der abhängig beschäftigten Frauen reicht das monatliche Einkommen demnach nicht aus, um die eigene Existenz langfristig abzusichern. Bei den Männern betrifft das knapp zwei Fünftel. Das höchste Armutsrisiko tragen Alleinerziehende.

Unter jungen Erwachsenen leben mehr Männer im Land

Eine weitere Besonderheit Brandenburgs ist die Bevölkerungsentwicklung. Unter jungen Erwachsenen leben mehr Männer als Frauen im Land. Dieser Unterschied ist stärker ausgeprägt als im bundesweiten Durchschnitt. Innerhalb Brandenburgs gibt es dabei große regionale Unterschiede. Bei älteren Menschen zeigt sich dagegen ein Frauenüberschuss.

Abwanderung junger Frauen soll gestoppt werden

Nach Einschätzung der Landesgleichstellungsbeauftragten Dr. Uta Kletzing muss vor allem die Abwanderung junger Brandenburgerinnen gestoppt werden.

Dafür brauche es gute Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mehr Möglichkeiten zur politischen und gesellschaftlichen Mitgestaltung.

Lange Wege erschweren die Gleichstellung

Als Flächenland hat Brandenburg besondere Voraussetzungen. Große Entfernungen, lange Arbeitswege und eine nicht überall verfügbare Infrastruktur können die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und gesellschaftlicher Teilhabe erschweren. Der Bericht kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass traditionelle Geschlechterrollen weiterhin viele Lebensentscheidungen beeinflussen. Das betrifft beispielsweise die Berufswahl, die Aufteilung der Familienarbeit, die Gesundheit und den Schutz vor Gewalt. Die Landesregierung will deshalb das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm fortschreiben. Die aktuellen Daten sollen dabei helfen, Maßnahmen in den verschiedenen Politikbereichen gezielter umzusetzen.

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Autor: Redaktion

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