Niedrigwasser in Südbrandenburg: Länder reagieren auf angespannte Lage an der Spree

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Die Wassersituation an der Spree bleibt angespannt. Wegen geringer Niederschläge und nur begrenzt gefüllter Speicher haben Brandenburg, Sachsen und Berlin eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet. Sie soll die Abflüsse stabilisieren und die verbliebenen Wasserreserven bis zum Ende des Sommers sichern.

Zu wenig Regen im Einzugsgebiet der Spree

Das Niedrigwasser in Südbrandenburg ist eine Folge der anhaltend trockenen Witterung. Bereits im Jahr 2025 entstand im oberen Einzugsgebiet der Spree ein deutliches Niederschlagsdefizit. Auch 2026 setzte sich die Trockenheit fort. Vielerorts wurden bislang nur rund 70 Prozent der für diesen Zeitraum üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Das zeigen unter anderem Messungen an der Wetterstation Kubschütz bei Bautzen. Seit dem Winterhalbjahr 2025/2026 führen die Spree und ihre Zuflüsse deshalb deutlich weniger Wasser.

Wasserspeicher zu Beginn des Sommers nur halb gefüllt

Die Wasserspeicher im Spreegebiet konnten bis Ende April durchschnittlich nur zu rund 50 Prozent gefüllt werden. Damit war die Ausgangslage zum Beginn des Sommers so ungünstig wie seit dem Trockenjahr 2020 nicht mehr. Besonders betroffen ist der sächsische Teil des Spreeeinzugsgebietes. Die geringen Wasservorräte wirken sich auch auf die Zuflüsse zur Talsperre Spremberg aus. Seit Ende Mai ist deshalb eine zusätzliche Niedrigwasserstützung notwendig. Diese kann wegen der begrenzten Reserven allerdings nur eingeschränkt geleistet werden.

Mindestabflüsse werden seit Ende Mai unterschritten

Besonders deutlich zeigt sich die angespannte Situation an den Pegeln Leibsch Unterpegel und Große Tränke Unterpegel. Die dort festgelegten Mindestabflüsse werden seit Ende Mai dauerhaft unterschritten. Am Pegel Leibsch liegt der reguläre Mindestabfluss bei 4,5 Kubikmetern pro Sekunde. Seit dem 25. Mai wurden dort durchschnittlich nur 3,46 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Mehrfach sank der Abfluss kurzzeitig sogar auf weniger als zwei Kubikmeter pro Sekunde. Seit dem 1. Juni gilt deshalb die Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet.

Regen sorgt nur kurzzeitig für Entspannung

Die jüngsten Niederschläge im Spreewald haben die Situation vorübergehend verbessert. Am Morgen des 27. Juli lag der Abfluss am Pegel Leibsch bei knapp vier Kubikmetern pro Sekunde. Im langjährigen Mittel sind es dort im Juli 7,09 Kubikmeter pro Sekunde. Mit der angekündigten warmen und trockenen Witterung rechnen die Behörden im Laufe der Woche allerdings erneut mit sinkenden Abflüssen. Durch die steigenden Temperaturen dürften außerdem die Wasserverluste durch Verdunstung zunehmen.

Talsperre Spremberg soll mehr Wasser abgeben

Um die erwarteten Verluste teilweise auszugleichen, soll die Wasserabgabe aus der Talsperre Spremberg in den kommenden Tagen erhöht werden. Aktuell liegt der Beckenwasserstand bei 90,33 Metern über Normalnull. Die Talsperre gibt derzeit 7,27 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Im langjährigen Juli-Durchschnitt lag die Abgabe bei 11 Kubikmetern pro Sekunde. Trotz der derzeit vergleichsweise geringen Abgabe sinkt der Wasserstand der Talsperre weiterhin um mehrere Zentimeter pro Tag. Der Grund: Es fließt noch weniger Wasser in die Talsperre hinein, als abgegeben wird.

Unterstützung noch bis Mitte August möglich

Noch bis Mitte August kann die Talsperre Spremberg einen wichtigen Beitrag zur Niedrigwasserstützung der Spree leisten. Dann wird der Wasserstand voraussichtlich auf weniger als 90 Meter über Normalnull abgesunken sein. Der niedrige Wasserstand wird gleichzeitig für eine wichtige Instandhaltungsmaßnahme am Staudamm genutzt. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Wasserstand nicht weiter abgesenkt werden. Die Stützung der Spree muss anschließend verstärkt aus anderen Speichern im Einzugsgebiet erfolgen.

Berlin, Brandenburg und Sachsen stimmen Maßnahmen ab

Das Landesamt für Umwelt hat wegen der angespannten Lage eine länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe einberufen. Darin arbeiten Brandenburg, Berlin und Sachsen zusammen. Die beteiligten Akteure wollen kurzfristig notwendige Maßnahmen abstimmen. Ziel ist es, die Abflüsse der Spree so weit wie möglich zu sichern und gleichzeitig besonders sparsam mit den verbliebenen Wasserreserven umzugehen. Als erste Maßnahme wird der Mindestabfluss am Pegel Leibsch vorübergehend in einem Korridor von zwei bis drei Kubikmetern pro Sekunde bewirtschaftet. Die weitere Entwicklung wird eng überwacht. Die Maßnahmen sollen abhängig von Wetter, Wasserständen und verfügbaren Reserven angepasst werden.

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Autor: Redaktion

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