In Brandenburg ist gut jeder zweite Mensch ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Damit erreicht das Land bundesweit den zweiten Platz. Das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Ziel wird dennoch deutlich verfehlt. Besonders groß sind die Impflücken bei jüngeren Senioren und Pflegebedürftigen.
Brandenburg erreicht bundesweit zweithöchste Impfquote
Die Grippe-Impfquote in Brandenburg lag im Jahr 2023 bei den Menschen ab 60 Jahren bei 52,3 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Arzneimittelreport der BARMER hervor. Nur Sachsen-Anhalt erreichte mit 55,2 Prozent einen höheren Wert. Berlin kam auf 49,4 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt lag lediglich bei 40,8 Prozent. Schlusslicht war Baden-Württemberg mit 29,7 Prozent.
Mehr als 20 Prozentpunkte fehlen bis zum WHO-Ziel
Trotz des zweiten Platzes bleibt Brandenburg weit hinter den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zurück. Die WHO empfiehlt bei älteren Menschen eine Impfquote von mindestens 75 Prozent. Bis zu diesem Ziel fehlen Brandenburg damit 22,7 Prozentpunkte.
Mit zunehmendem Alter reagiere das Immunsystem schwächer. Eine Grippeimpfung könne deshalb vor schweren Krankheitsverläufen und Krankenhausaufenthalten schützen.
Pflegebedürftige häufig nicht gegen Grippe geimpft
Besonders große Impflücken gibt es laut BARMER bei Menschen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko. Mehr als die Hälfte der besonders gefährdeten Versicherten war 2023 nicht gegen Influenza geimpft. Bei Bewohnern stationärer Pflegeeinrichtungen lag die bundesweite Impfquote bei 48,9 Prozent. Unter pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause versorgt werden, waren es sogar nur 45,6 Prozent. Auffällig ist außerdem: Pflegebedürftige ab 70 Jahren wurden seltener geimpft als Gleichaltrige ohne Pflegebedarf. Dabei tragen gerade sie ein höheres Risiko für Komplikationen.
Nur jeder Dritte zwischen 60 und 64 Jahren geimpft
Auch zwischen den Altersgruppen gibt es in Brandenburg deutliche Unterschiede. Bei den 60- bis 64-Jährigen lag die Impfquote lediglich bei 33,3 Prozent. Erst ab einem Alter von 70 Jahren war mehr als die Hälfte gegen Grippe geimpft. Für Menschen mit Herzerkrankungen kann eine Influenza besonders gefährlich werden. Nach Angaben im BARMER-Report kann eine Grippeschutzimpfung das Risiko schwerer Herz-Kreislauf-Ereignisse deutlich senken. Die WHO nennt die Impfung deshalb auch als Teil der Herz-Kreislauf-Prävention.
81 Grippe-Todesfälle in Brandenburg
In der Grippesaison 2025/2026 wurden in Brandenburg zwischen Anfang Oktober und Mitte Mai 12.801 bestätigte Influenzainfektionen gemeldet. 81 Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. In der Saison davor waren 18.719 Infektionen und 58 Todesfälle registriert worden. Die Zahl der bestätigten Erkrankungen ging damit zurück, während mehr Todesfälle gemeldet wurden. Für den Arzneimittelreport wertete die BARMER die Daten von rund 173.000 durchgehend versicherten Menschen ab 60 Jahren aus Brandenburg aus.
Warum die Grippeimpfung jährlich erneuert werden muss
Grippeviren verändern sich ständig. Die Impfstoffe werden deshalb jedes Jahr an die voraussichtlich auftretenden Varianten angepasst. Eine frühere Impfung bietet daher nicht automatisch einen ausreichenden Schutz für die nächste Saison. Vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und weitere Risikogruppen sollten ihren persönlichen Impfschutz regelmäßig prüfen und sich medizinisch beraten lassen. Damit Brandenburg das WHO-Ziel erreicht, müsste die Impfquote allerdings noch deutlich steigen.
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