Der harte Winter mit ständigem Frost- und Tauwechsel hat in Brandenburg spürbar mehr Straßenschäden verursacht als in den Vorjahren. Immer häufiger werden neue Schlaglöcher gemeldet – der Landesbetrieb Straßenwesen reagiert mit einer klaren Priorisierung.
Schlaglöcher in Brandenburg: Reparatur nach Dringlichkeit entscheidet über Tempo
Nach Angaben des Landesbetriebs werden Schäden auf Bundes- und Landesstraßen derzeit strikt nach Dringlichkeit behoben. Entscheidend sind da unter anderem die Verkehrssicherheit oder auch die Lage des Schadens. Auch die Verfügbarkeit der Mitarbeiter ist wichtig.
Doch genau hier liegt das Problem: Viele Mitarbeiter sind weiterhin im Winterdienst gebunden, zusätzlich sorgt ein hoher Krankenstand für Engpässe. Die Folge: Nicht jedes Schlagloch kann sofort beseitigt werden.
Warum der Winter die Straßen regelrecht sprengt
Der Automobilclub ADAC erklärt das typische Schadensmuster: Wasser dringt in kleine Risse ein, gefriert und dehnt sich aus. Der Asphalt wird weiter aufgesprengt. Beim Tauwetter entstehen Hohlräume unter der Oberfläche, die unter dem Druck des Verkehrs einbrechen – das Schlagloch ist da.
Schnelle Hilfe – aber oft nur kurzfristig
Kleinere Schäden werden im Winter meist mit Kaltmischgut geflickt. Diese Methode entschärft akute Gefahrenstellen schnell, gilt jedoch nicht als dauerhafte Lösung.
Für nachhaltige Reparaturen wird Heiß- oder Gussasphalt benötigt – dafür müssen die Temperaturen steigen. Spezialisierte Firmen starten ihre Arbeiten meist erst im März.
Die Kosten pro Schlagloch können laut ADAC bei bis zu 200 Euro liegen. Kommunen rechnen daher mit erheblichen Mehrbelastungen.
Kommunen unter Druck
Besonders betroffen sind laut ADAC bundesweit die kommunalen Straßen. In Wriezen beispielsweise summieren sich allein die Kosten für den Winterdienst auf über 300.000 Euro – und das ohne zusätzliche Straßenschäden.
Bürgermeister Karsten Ilm betont, dass das Stopfen mit Kaltmaterial nur in Ausnahmefällen eingesetzt werde, da es meist nur kurzfristig halte. Dennoch müsse jede Reparatur sorgfältig vorbereitet werden.
Schäden werden erst im Frühjahr sichtbar
Wie groß das tatsächliche Ausmaß der Winterschäden ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Landesbetrieb und Kommunen rufen dazu auf, Schlaglöcher zu melden, um Gefahrenstellen schnell zu sichern.
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