Die Lausitz bekommt den demografischen Wandel in Brandenburg in den nächsten Jahren besonders deutlich zu spüren. Laut einer neuen Bevölkerungsprognose des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg werden die südlichen Landkreise bis 2040 landesweit am stärksten schrumpfen.
Lausitz verliert besonders viele Einwohner
Die stärksten Rückgänge werden für den Süden Brandenburgs erwartet.
In Oberspreewald-Lausitz könnte die Einwohnerzahl bis 2040 um 12,9 Prozent sinken. In Elbe-Elster liegt das erwartete Minus bei 12,8 Prozent, in Spree-Neiße bei 12,2 Prozent.
Damit zählen diese drei Landkreise zu den am stärksten betroffenen Regionen im ganzen Land. Weniger Einwohner bedeuten für Städte und Gemeinden nicht nur weniger Menschen vor Ort. Es geht auch um geringere Einnahmen, weniger Fachkräfte und die Frage, wie wichtige Angebote dauerhaft erhalten bleiben.
Für Cottbus fällt die Prognose deutlich moderater aus. Die Stadt soll bis 2040 rund 2,5 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Damit bleibt Cottbus im Vergleich zum Umland stabiler und behält seine Rolle als Zentrum für Südbrandenburg.
Brandenburg wächst nur leicht
Auf Landesebene sieht die Prognose zunächst weniger dramatisch aus. Brandenburg könnte bis 2040 auf etwa 2,57 Millionen Einwohner kommen. Das wären rund 17.000 mehr als im Jahr 2023.
Dieses Wachstum verteilt sich aber nicht gleichmäßig. Es entsteht vor allem durch Zuzug. Gleichzeitig sterben weiterhin mehr Menschen, als geboren werden. Das heißt: Ohne Menschen, die nach Brandenburg ziehen, würde das Land insgesamt schrumpfen.
Berliner Umland zieht weiter Menschen an
Besonders stark profitieren Regionen mit Nähe zu Berlin und guter Verkehrsanbindung.
Der Landkreis Dahme-Spreewald soll bis 2040 um 8,8 Prozent wachsen. Damit hätte er den stärksten Zuwachs aller brandenburgischen Landkreise.
Auch andere gut angebundene Regionen im Berliner Umfeld legen zu. Homeoffice, bessere Pendelmöglichkeiten und der Wunsch nach mehr Platz machen Orte außerhalb der Hauptstadt attraktiver.
Lausitz wird älter
Neben der reinen Einwohnerzahl verändert sich auch die Altersstruktur.
Laut Prognose steigt das Brandenburger Durchschnittsalter von 47,4 Jahren im Jahr 2023 auf 48,4 Jahre im Jahr 2040. Der Anteil der Menschen über 65 Jahre wächst damit auf knapp 30 Prozent.
Gleichzeitig sinkt der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Auch die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter geht langfristig zurück.
Prognose zeigt große Aufgaben für die Region
Die Zahlen sind keine feste Vorhersage, sondern eine Vorausberechnung. Sie beruhen auf Annahmen zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungsbewegungen.
Trotzdem zeigt die Prognose klar, wo die großen Aufgaben liegen. Die Lausitz muss attraktiver für junge Menschen, Familien, Fachkräfte und Rückkehrer werden. Gleichzeitig braucht es Lösungen für Orte, in denen künftig weniger Menschen leben.
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