In Brandenburg haben die Jugendämter im vergangenen Jahr deutlich häufiger geprüft, ob Kinder oder Jugendliche in Gefahr sein könnten. Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden 2025 bei 10.857 Kindern und Jugendlichen Verfahren zur Einschätzung einer möglichen Kindeswohlgefährdung eingeleitet. Das sind 2.356 Verfahren mehr als im Jahr davor – ein Anstieg von 27,7 Prozent.
Kindeswohl wird häufiger überprüft
Ein solches Verfahren bedeutet zunächst nicht automatisch, dass ein Kind tatsächlich akut gefährdet ist.
Jugendämter werden aktiv, wenn es Hinweise gibt, dass ein Kind Schutz oder Unterstützung brauchen könnte. Dann wird geprüft, wie ernst die Lage ist, welche Hilfen nötig sind und ob sofort gehandelt werden muss.
Dass mehr Verfahren eingeleitet werden, kann deshalb mehrere Gründe haben. Einer davon ist, dass Verdachtsmomente heute häufiger gemeldet werden – etwa durch Schulen, Kitas, medizinisches Personal, Nachbarn oder Angehörige.
Mehr Meldungen können auch mehr Aufmerksamkeit bedeuten
Der starke Anstieg ist ein Warnsignal. Gleichzeitig heißt er nicht automatisch, dass Gewalt oder Vernachlässigung im gleichen Maße zugenommen haben.
Wenn Menschen genauer hinschauen und früher reagieren, landen mehr Hinweise bei den Jugendämtern. Das kann Kinder schützen, bevor Situationen eskalieren. Trotzdem bleibt jeder geprüfte Fall ernst.
Hilfe für Familien in Südbrandenburg
Familien, die überfordert sind oder Unterstützung brauchen, können sich an die Jugendämter der Landkreise und der Stadt Cottbus wenden. Auch freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe beraten vertraulich.
Wer selbst unsicher ist, ob ein Kind gefährdet sein könnte, kann ebenfalls beim zuständigen Jugendamt nachfragen und sich beraten lassen.
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