Spreewälder Gurken in einem traditionellen wendischen Trachtenrock

Spreewaldgurken-Ernte in der Lausitz gestartet

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 17. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Die Ernte der Spreewälder Gurken ist gestartet. Wegen der kühlen Wochen im Mai und Juni beginnt die Saison allerdings später als erhofft. Die niedrigen Temperaturen haben das Wachstum der Gurken ausgebremst – jetzt rollen die Gurkenflieger aber wieder über die Felder im Spreewald.

Spreewälder Gurken brauchen Wärme

Noch vor wenigen Wochen lagen viele Gurkenfelder unter weißem Vlies. Damit wurden die jungen Pflanzen vor der Kälte geschützt. Inzwischen ist der Blick auf die Felder wieder frei. Auf rund 450 Hektar werden in diesem Jahr Spreewälder Gurken angebaut, acht Betriebe sind daran beteiligt. In den kommenden zwei bis drei Monaten sollen insgesamt etwa 27.000 Tonnen Gurken geerntet werden.

Die niedrigen Temperaturen haben aber Spuren hinterlassen, wie Gurkenbauer Heinz-Peter Frehn vom Biohof Schöneiche KG nahe Golßen erklärt:

„Durch die kalten Nächte im Mai, mit Temperaturen unter 5° Celsius sind die Gurken kaum gewachsen. Dadurch haben wir rund eine Woche bis zehn Tage verloren, um in die Gurkenernte zu starten. Schädlich für die Gurke sind die vielen kurzen Niederschläge, welche die Verbreitung der pilzlichen Schaderreger begünstigen. Wünschenswert wäre, einmal kräftig Regen und dann wieder schönes Wetter.“

Gurken sind wärmeliebende Pflanzen. Wenn die Temperaturen nicht passen, wachsen sie langsamer. Für die Betriebe bedeutet das: Die Ernte verschiebt sich, die Planung wird schwieriger und die Saison startet mit zusätzlichem Druck.

Gurkenflieger sind wieder unterwegs

Mit dem Erntestart sind nun auch die bekannten Gurkenflieger wieder auf den Feldern zu sehen. Auf diesen Erntemaschinen liegen die Erntehelfer nah über den Pflanzen und pflücken die Gurken von Hand. Das ist mühsam, aber notwendig, denn Spreewälder Gurken sind eine arbeitsintensive Kultur. Die Früchte müssen sorgfältig und zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden. Gerade bei Einlegegurken kommt es auf die passende Größe und Qualität an. Unter guten Bedingungen wachsen Gurken schnell. Deshalb müssen die Felder regelmäßig kontrolliert und beerntet werden.

Bio-Anbau mit besonderem Aufwand

Zum offiziellen Erntestart hatte der Spreewaldverein e.V. an ein Gurkenfeld des Biohofs Schöneiche KG nahe Golßen eingeladen. Dort werden auf mehreren Feldern rund 80 Hektar Einlegegurken in Bio-Qualität angebaut.

Im ökologischen Landbau ist der Aufwand besonders groß. Unkraut muss mechanisch entfernt werden. Chemische Pflanzenschutzmittel werden nicht eingesetzt. Die Pflanzen werden über Tröpfchenbewässerung versorgt. Zusätzlich liegt in den Pflanzenreihen eine biologisch abbaubare schwarze Folie. Sie soll Unkraut unterdrücken und den wärmeliebenden Gurken etwas höhere Temperaturen ermöglichen.

Probleme bereiten vor allem viele kurze Niederschläge. Sie können die Ausbreitung von Pilzerkrankungen begünstigen. Gewünscht wäre aus Sicht der Anbauer eher kräftiger Regen und danach wieder stabiles, warmes Wetter.

Kosten setzen die Betriebe unter Druck

Für die Erzeuger der Spreewälder Gurken ist nicht nur das Wetter eine Herausforderung. Auch die wirtschaftliche Lage bleibt schwierig. Die Produktion in Deutschland ist teuer. Mindestlohn, gestiegene Produktionskosten und der hohe Anteil an Handarbeit belasten die Betriebe. Besonders bei der Ernte fallen viele Arbeitsstunden an.

Gurkenanbauer Christoph Frehn fordert deshalb mehr Transparenz für Verbraucher. Auf Etiketten solle klarer erkennbar sein, aus welchem Land die Rohstoffe in eingelegten Gurken stammen. So könnten Kundinnen und Kunden im Supermarkt bewusster entscheiden, ob sie zu regional erzeugten Gurken aus dem Spreewald greifen möchten.

Rund 27.000 Tonnen Gurken erwartet

Insgesamt werden in diesem Jahr auf etwa 450 Hektar Spreewälder Gurken angebaut. Davon entfallen rund 80 Hektar auf den Bio-Anbau.

Zusätzlich wachsen auf etwa 67 Hektar Schälgurken. Sie werden später unter anderem zu Senf- oder Schmorgurken verarbeitet. Die Einlegegurken und Schälgurken werden nach der Ernte in sieben Verarbeitungsbetrieben weiterverarbeitet, dort entstehen die bekannten Gurkenprodukte nach traditionellen Rezepturen.

Spreewälder Gurken sind EU-geschützt

Der Name Spreewälder Gurken ist seit März 1999 durch die Europäische Union geschützt, wie der Spreewaldverein bestätigt. Die Produkte tragen das blau-gelbe g.g.A.-Siegel. Das steht für geografisch geschützte Angabe.

Für Verbraucher ist das ein Hinweis auf die Herkunft, die Gurken müssen nach bestimmten Vorgaben angebaut und verarbeitet werden. Zur Brandenburger Familie der geschützten regionalen Produkte gehören außerdem Spreewälder Meerrettich, Beelitzer Spargel, Peitzer Karpfen und Spreewälder Gurkensülze.

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Autor: Redaktion

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