Deutsch-polnische Projekt „Sprachbrücke“/ Familienfest in Gubin am 11.06.2026 Foto: DNWG / Natalia Kujawa

Sprachprojekt zwischen Guben und Gubin nach drei Jahren beendet

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 18. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Mit einem Familienfest in Gubin ist das deutsch-polnische Projekt Sprachbrücke nach drei Jahren zu Ende gegangen. Kinder, Eltern, pädagogische Fachkräfte und Projektpartner kamen am 11. Juni zusammen und zeigten, was durch die Zusammenarbeit im Grenzraum entstanden ist: mehr Begegnung, erste Sprachkenntnisse und ein selbstverständlicherer Umgang mit der Sprache des Nachbarlandes.

Sprachbrücke setzt auf frühe Begegnungen

Die Sprachbrücke richtete sich vor allem an Kinder im Vorschulalter. Über drei Jahre hinweg sollten sie die Sprache des Nachbarlandes auf spielerische Weise kennenlernen. Dabei ging es nicht darum, dass Kinder innerhalb kurzer Zeit perfekt Deutsch oder Polnisch sprechen. Viel wichtiger war ein anderer Ansatz: Wörter hören, ausprobieren, neugierig werden und merken, dass die Sprache auf der anderen Seite der Neiße zum Alltag dazugehört.

Muttersprachler begleiteten die Angebote in den Kindertagesstätten. So kamen die Kinder direkt mit der jeweiligen Sprache in Kontakt. Begrüßungen, kleine Spiele, Lieder oder Begriffe aus dem Alltag wurden zu festen Bausteinen der Begegnungen.

An dem INTERREG-Projekt beteiligte sich auch der Kindergarten der Naëmi-Wilke-Stiftung in Guben.

Kinder zeigen beim Familienfest, was sie gelernt haben

Zum Abschluss der Sprachbrücke gab es ein Familienfest in Gubin. Die Kinder präsentierten dort mit Liedern, kleinen Szenen und Beiträgen in der Sprache des Nachbarn, was sie während der Projektzeit erlebt und gelernt hatten.

Das Fest war aber nicht nur eine Abschlussveranstaltung mit Programm auf der Bühne. Es bot auch viele kreative und spielerische Angebote für Familien. Dadurch kamen Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte aus Deutschland und Polen miteinander ins Gespräch.

Zusammenarbeit zwischen Kitas im Grenzraum

Ein wichtiger Teil des Projekts war die enge Zusammenarbeit der pädagogischen Fachkräfte auf beiden Seiten der Grenze.

Die Kitas entwickelten und nutzten Angebote, die Kindern einen einfachen Zugang zur jeweils anderen Sprache ermöglichen. Dabei standen keine komplizierten Lernprogramme im Vordergrund, sondern alltagsnahe Situationen. Das kann bedeuten, beim Spielen einzelne Wörter auf Polnisch oder Deutsch einzubauen, gemeinsam zu singen oder kleine Rituale aus dem Nachbarland kennenzulernen. So wird Sprache nicht als Schulfach wahrgenommen, sondern als etwas, das zum gemeinsamen Miteinander dazugehört.

Beim Abschlussfest wurden die beteiligten Einrichtungen gewürdigt. Sie erhielten Zertifikate als Anerkennung für ihre Mitarbeit und ihr Engagement während der Projektzeit.

INTERREG-Förderung für die Grenzregion

Die Sprachbrücke wurde über das Programm INTERREG VI A Brandenburg-Polen 2021-2027 gefördert. Solche Programme unterstützen Projekte, bei denen Regionen auf beiden Seiten einer Grenze zusammenarbeiten. Im Fall von Guben und Gubin ging es dabei vor allem um frühe Sprachförderung und interkulturelles Lernen.

Jetzt weiterlesen: Unser Tages-Liveticker auf radiocottbus.de bringt euch die Lausitz-News von heute auf einen Blick.

Foto: DNWG / Natalia Kujawa

---
---

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews