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832 Millionen Euro Defizit: Brandenburgs Kommunen unter Druck

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 19. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Die Kommunen in Brandenburg haben 2025 ein Defizit von 832 Millionen Euro gemacht. Das sind 134 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Kein anderes Flächenland verzeichnet laut dem Kommunalem Finanzreport der Bertelsmann Stiftung einen stärkeren Anstieg.

Kommunen mit deutlich höherem Defizit

2024 lag das Defizit der brandenburgischen Kommunen noch bei rund 355 Millionen Euro. Innerhalb eines Jahres ist die Lücke damit auf 832 Millionen Euro gestiegen.

Brandenburg gehört laut Finanzreport gemeinsam mit Rheinland-Pfalz zu den Ländern mit der größten Krisendynamik. Bundesweit haben Städte, Gemeinden und Landkreise 2025 ein Defizit von fast 32 Milliarden Euro verzeichnet.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jede Kommune sofort sparen oder Angebote streichen muss. Die Haushaltslage ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Klar ist aber: Wenn die Ausgaben schneller steigen als die Einnahmen, wird es für viele Verwaltungen schwieriger, neue Projekte zu finanzieren oder bestehende Aufgaben dauerhaft abzusichern.

Warum die Haushalte unter Druck geraten

Kommunen müssen viele Aufgaben erfüllen, auf die sie nur begrenzt Einfluss haben. Dazu gehören unter anderem Sozialleistungen, Jugendhilfe, Unterbringung, Schulen, Straßen, öffentliche Gebäude, Feuerwehr und Verwaltung. Steigende Preise, höhere Personalkosten und zusätzliche Pflichtaufgaben können die Haushalte belasten. Gleichzeitig entwickeln sich wichtige Einnahmen nicht immer so, wie Städte und Gemeinden es brauchen würden.

Gerade für kleinere Orte ist das schwierig. Sie müssen dieselben Grundaufgaben organisieren wie größere Städte, haben aber oft weniger Einnahmen und weniger Möglichkeiten, Ausgaben auszugleichen. Für die Lausitz ist das ein wichtiges Thema. Viele Kommunen stehen gleichzeitig vor großen Aufgaben: Infrastruktur erhalten, Schulen modernisieren, Fachkräfte gewinnen, den Strukturwandel begleiten und Angebote für Familien, Vereine und Unternehmen sichern.

Weniger Gewerbesteuer belastet Kommunen zusätzlich

Eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden ist die Gewerbesteuer. In Brandenburg sind diese Einnahmen 2025 laut Finanzreport um 5,3 Prozent gesunken. Insgesamt nahmen die Kommunen rund 1,29 Milliarden Euro Gewerbesteuer ein , im Jahr davor war es noch mehr.

Die Gewerbesteuer hängt stark davon ab, wie Unternehmen wirtschaftlich laufen. Wenn Gewinne geringer ausfallen oder Betriebe weniger investieren, kann sich das direkt auf kommunale Einnahmen auswirken.

Zuweisungen werden wichtiger

Bund und Land unterstützen die Kommunen über Zuweisungen. Diese Mittel sind in Brandenburg in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2025 lagen die Zuweisungen bei rund 6,9 Milliarden Euro. 2021 waren es noch etwa 5,6 Milliarden Euro.

Zuletzt fiel das Wachstum aber deutlich geringer aus. Im Vergleich zum Vorjahr gab es nur noch ein Plus von rund einem Prozent. Das zeigt, dass die Kommunen stark auf Geld von außen angewiesen sind. Wenn diese Zuweisungen nicht im gleichen Tempo wachsen wie die Ausgaben, wird die Haushaltslage schwieriger. Für Städte, Gemeinden und Landkreise bedeutet das mehr Unsicherheit bei der Planung.

Kassenkredite steigen deutlich an

Auffällig ist auch die Entwicklung bei den Kassenkrediten. Das sind kurzfristige Darlehen, mit denen Kommunen vorübergehende Zahlungsengpässe überbrücken können. In Brandenburg stiegen diese Kredite von 59 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 164 Millionen Euro im Jahr 2025. Damit haben sie sich fast verdreifacht.

Zwar ist das Niveau im Vergleich zu einigen anderen Bundesländern weiterhin niedriger. Trotzdem ist der Anstieg ein Warnsignal.

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Autor: Redaktion

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