Die LEAG kann ihre Pläne für neue Gaskraftwerke in der Lausitz vorantreiben. Bei der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur erhielt das Unternehmen Zuschläge für vier neue Kraftwerksblöcke in Jänschwalde und zwei weitere in Boxberg. Zusammen kommen die sechs Lausitzer Anlagen auf 3.360 Megawatt Leistung. Die neuen Anlagen gehören zum sogenannten FuelSwitch-Konzept der LEAG. Das Unternehmen will dafür vorhandene Kraftwerksstandorte und Teile der bestehenden Infrastruktur weiter nutzen.
Die Bundesnetzagentur hatte die Ausschreibungen gestartet, um zusätzliche gesicherte Kraftwerksleistung aufzubauen. Solche Anlagen sollen insbesondere dann Strom liefern können, wenn Wind- und Solarenergie nicht ausreichend Energie bereitstellen.
Vier neue Kraftwerksblöcke in Jänschwalde
Am Kraftwerksstandort Jänschwalde plant die LEAG vier neue Gaskraftwerksblöcke mit jeweils 560 Megawatt Leistung. Damit erreicht allein der Standort bei den neuen Anlagen eine Gesamtleistung von 2.240 Megawatt. Die LEAG will bestehende Netzanschlüsse sowie einzelne Gebäude und technische Komponenten weiterverwenden. Dadurch will das Unternehmen weniger neues Material benötigen, Kosten senken und die Bauzeit verkürzen.
Jänschwalde befindet sich ohnehin mitten im Umbau. Neben dem schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung entwickelt die LEAG dort unter anderem Wind- und Solarprojekte sowie Batteriespeicher.
Zwei weitere Blöcke entstehen in Boxberg
Auch am sächsischen Kraftwerksstandort Boxberg erhielt die LEAG Zuschläge für zwei Kraftwerksblöcke. Sie sollen ebenfalls jeweils 560 Megawatt leisten. Damit kommen in Boxberg weitere 1.120 Megawatt hinzu. Insgesamt plant die LEAG damit in der Lausitz sechs neue Blöcke mit zusammen 3.360 Megawatt Leistung.
Kraftwerke sollen später Wasserstoff nutzen können
Die neuen Anlagen starten nach den Plänen zunächst als Gaskraftwerke. Die LEAG will sie jedoch technisch so auslegen, dass sie perspektivisch auch Wasserstoff einsetzen können. Diese sogenannte H2-ready-Ausrichtung gehört zum langfristigen Umbau der bisherigen Kraftwerksstandorte.
Spätestens Ende 2031 müssen die neuen Anlagen nach den Vorgaben der Ausschreibung in Betrieb gehen.
LEAG investiert bis zu zwei Milliarden Euro
Insgesamt erhielt die LEAG Zuschläge für sieben Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 3.680 Megawatt. Sechs davon entstehen in der Lausitz, ein weiterer Block außerhalb der Region. Für alle sieben Projekte zusammen plant das Unternehmen Investitionen von rund 1,5 bis zwei Milliarden Euro. LEAG-Chef Adi Roesch sieht besonders in Jänschwalde und Boxberg langfristige Perspektiven für die bisherigen Energiestandorte. Auch der Konzernbetriebsrat verbindet die neuen Kraftwerke mit der Hoffnung, Fachkräfte über den Kohleausstieg hinaus in der Region halten zu können.
Die Bundesnetzagentur schreibt 2026 in mehreren Runden neue Langzeitkapazitäten aus. Ziel ist zusätzliche gesicherte Leistung für Zeiten, in denen Erneuerbare Energien und Stromimporte den Bedarf nicht vollständig decken können.
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