Private und kommunale Waldbesitzer in Brandenburg können künftig neue Förderangebote für Aufforstung und Waldumbau nutzen. Das Land stellt dafür über 4,3 Millionen Euro aus der Walderhaltungsabgabe bereit. Gefördert werden unter anderem neue Waldflächen, die Beseitigung von Altlasten und eine bodenschonende Holzernte mit Pferden.
Geld für neue Wälder und widerstandsfähigere Bestände
Mit der neuen Forstförderrichtlinie will Brandenburg die Entwicklung naturnaher und klimaangepasster Wälder unterstützen. Hintergrund sind unter anderem längere Trockenphasen, Extremwetter und Schädlinge. Besonders anfällig seien strukturarme Bestände wie Kiefern-Monokulturen. Gefördert werden deshalb unter anderem Aufforstungen durch Saat, Pflanzung oder natürliche Verjüngung.
Bis zu 90 Prozent Zuschuss für Versuchsflächen
Neu gefördert werden auch sogenannte Praxisanbauversuche. Dafür können Zuschüsse von bis zu 90 Prozent gewährt werden. Auf diesen Flächen sollen Baumarten getestet werden, die bislang kaum oder noch gar nicht in Brandenburg verwendet werden. Damit sollen Erfahrungen gesammelt werden, welche Arten mit den Folgen des Klimawandels besonders gut zurechtkommen könnten.
Auch die Pflege von Saatgutbeständen und Saatgutplantagen wird unterstützt. Zusätzlich kann künftig der Einsatz von Pferden bei der Waldbewirtschaftung gefördert werden, weil diese den Waldboden vergleichsweise wenig belasten.
Woher das Fördergeld kommt
Finanziert wird das Programm aus der Walderhaltungsabgabe. Sie wird fällig, wenn Waldflächen dauerhaft für eine andere Nutzung umgewandelt werden und der Verlust nicht durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen werden kann. Dieses Geld fließt über die neue Förderrichtlinie wieder in den Wald zurück. Die Richtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2028.
Brandenburg besteht zu 37 Prozent aus Wald
Rund 1,1 Millionen Hektar und damit etwa 37 Prozent der Landesfläche Brandenburgs sind bewaldet. Rund 61 Prozent davon befinden sich in privater Hand. Besonders prägend ist die Kiefer: Sie macht rund 69 Prozent des Baumbestandes aus. Eichen kommen auf acht Prozent, Buchen auf vier Prozent. Mit der neuen Förderung soll der Umbau hin zu vielfältigeren und widerstandsfähigeren Wäldern weiter vorangebracht werden.
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