Weniger Belastungen für Speditionen, schnellere Baustellen und mehr Investitionen in Straßen, Schiene und Ladeinfrastruktur: Wirtschafts- und Verkehrsverbände haben einen gemeinsamen Forderungskatalog für die Transportwirtschaft in Brandenburg vorgelegt. Das Papier wurde im Rahmen der Brandenburger Landesverkehrskonferenz an Verkehrsminister Robert Crumbach übergeben.
Hinter den Forderungen stehen die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger Industrie- und Handelskammern, der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung Berlin-Brandenburg, die Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg sowie der Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg.
Transportwirtschaft in Brandenburg fordert Entlastung bei Diesel und Maut
Ein Schwerpunkt liegt auf den Kosten. Die Verbände fordern, die Energiesteuer auf Diesel schrittweise auf das EU-Mindestniveau zu senken. Hinzu kommen eine dauerhafte Mautentlastung für emissionsarme Fahrzeuge und die Abschaffung einer aus Sicht der Verbände bestehenden CO2-Doppelbelastung durch Lkw-Maut und Diesel.
Damit sollen vor allem kleine und mittlere Transportunternehmen wettbewerbsfähiger werden.
Straßen und Brücken schneller sanieren
Ein zweiter großer Punkt betrifft die Infrastruktur. Straßen und Brücken sollen schneller saniert und ausgebaut werden. Wichtige Güterverkehrskorridore sollen dabei Priorität erhalten.
Außerdem verlangen die Verbände mehr sichere Lkw-Stellplätze entlang der Hauptverkehrsachsen und schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Bei Baustellen wünschen sie sich eine zentrale Koordinierung für Brandenburg. Baumaßnahmen sollen außerdem verbindlich mit Berlin und den angrenzenden Bundesländern abgestimmt werden.
Mehr Güter sollen auf die Schiene
Nicht nur die Straße steht im Fokus. Die Verbände sprechen sich auch für einen schnelleren Ausbau der Schieneninfrastruktur und eine stärkere Förderung des Gütertransports auf der Schiene aus.
Umschlagterminals und Verbindungen zwischen Straßen- und Schienentransport sollen stärker genutzt werden.
Unterstützung für E-Lkw und Wasserstofffahrzeuge
Für klimafreundlichere Transporte fordern die Beteiligten mehr Ladeinfrastruktur an Betriebsstandorten und Autohöfen. Mittelständische Unternehmen sollen außerdem bei Investitionen in Elektro-Lkw und Wasserstofffahrzeuge unterstützt werden.
Vom Bund verlangen die Verbände einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur an Autobahnen.
Schwere Lkw mit Tempo 80 auf geeigneten Straßen?
Eine weitere Forderung dürfte für Diskussionen sorgen. Brandenburg soll sich nach dem Willen der Verbände im Bundesrat dafür einsetzen, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit für schwere Lkw auf geeigneten Straßen von 60 auf 80 Kilometer pro Stunde angehoben wird.
Diese Forderung wird auch bundesweit von Verbänden der Logistikwirtschaft vertreten. Ein entsprechendes gemeinsames Positionspapier zur Straßenverkehrsordnung wurde im Juli 2026 veröffentlicht.
Mehr Kontrollen gegen unerlaubte Kabotage
Beim Wettbewerb verlangen die Verbände stärkere Kontrollen durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität und den Zoll. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kabotagevorschriften, also Regeln für innerstaatliche Transporte durch ausländische Verkehrsunternehmen.
Verstöße sollen nach den Forderungen konsequent sanktioniert und Mindestlohnregelungen auch gegenüber ausländischen Marktteilnehmern durchgesetzt werden.
Digitalisierung und Unternehmensnachfolge im Fokus
Auch kleinere Unternehmen sollen gezielt unterstützt werden. Gefordert werden Förder- und Beratungsangebote für die Unternehmensnachfolge sowie leicht zugängliche Programme zur Digitalisierung.
Zudem soll die Einführung elektronischer Frachtdokumente beschleunigt werden.
Unterm Strich verlangen die beteiligten Wirtschafts- und Verkehrsverbände von Land und Bund weniger Kostenbelastungen, mehr Planungssicherheit, schnellere Infrastrukturprojekte und aus ihrer Sicht fairere Wettbewerbsbedingungen.
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