Die Brandenburger Industrie- und Handelskammern unterstützen den gemeinsamen Energie-Antrag von SPD und CDU im Landtag. Aus Sicht der Wirtschaft soll Brandenburg seine Rolle als Energieregion stärker als Standortvorteil nutzen – unter anderem mit schnelleren Verfahren, einem kosteneffizienten Netzausbau und besseren Möglichkeiten für Unternehmen, regional erzeugten Strom direkt zu beziehen. SPD und CDU brachten den Antrag „Energieregion Brandenburg – Standortvorteile der Stromerzeugung effektiver nutzen“ in den Landtag ein. Das Parlament setzte das Thema am 14. Oktober auf die Tagesordnung.
IHKs wollen regionalen Strom stärker für Unternehmen nutzen
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, begrüßt den Vorstoß im Namen der drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern. Die Kammern fordern bessere Bedingungen für Unternehmen, die Strom direkt aus regionalen Wind- und Solaranlagen nutzen wollen. Außerdem setzen sie auf schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie einen möglichst kosteneffizienten Ausbau der Stromnetze.
Auch SPD und CDU nennen in ihrem Antrag unter anderem eine rechtssichere Direktversorgung, langfristige Stromlieferverträge und schnellere Verfahren beim Netzausbau als Ziele.
Stromintensive Unternehmen sollen stärker profitieren
Die IHKs sehen besonders für stromintensive Unternehmen, neue Industrieansiedlungen, Rechenzentren und die Wasserstoffwirtschaft Chancen. Brandenburg erzeugt große Mengen Energie und baut erneuerbare Energien weiter aus. Nach Ansicht der Kammern sollten Unternehmen im Land deshalb stärker von dieser Position profitieren.
Fritsche verbindet damit vor allem die Hoffnung, Brandenburgs Energiewirtschaft stärker mit neuen Investitionen und zusätzlicher Wertschöpfung zu verknüpfen.
IHK warnt vor Nachteilen durch Änderungen am Strommarkt
Trotz ihrer Unterstützung formulieren die Kammern auch eine klare Bedingung. Sie wollen einen leistungsfähigen und einheitlichen Strommarkt erhalten. Änderungen an der Stromgebotszone unterstützen die IHKs nur dann, wenn diese nachweislich niedrigere Strompreise für Unternehmen und Verbraucher bringen.
Damit verbinden die Kammern ihre Zustimmung zum Energie-Antrag mit der Forderung, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit für Unternehmen im Blick zu behalten.
Energiepolitik spielt auch für die Lausitz eine wichtige Rolle
Gerade für die Lausitz besitzt das Thema besondere Bedeutung. Die Region verbindet den Strukturwandel mit neuen Industrieprojekten, erneuerbaren Energien und dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Die Brandenburger IHKs wollen deshalb erreichen, dass Unternehmen vor Ort stärker von der Energieproduktion in der Region profitieren und Brandenburg daraus zusätzliche wirtschaftliche Vorteile zieht.
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