Cottbus will eine Million Euro zusätzlich für Familienförderung einsetzen

Cottbus will die Familienförderung 2027 deutlich ausbauen. Dafür plant die Stadt, eine Million Euro innerhalb des bestehenden Haushalts neu zu verteilen.

Jugendhilfeausschuss entscheidet am Donnerstag über Vorschlag

Am Donnerstag, 15. Oktober, beschäftigt sich zunächst der Jugendhilfeausschuss mit den Plänen. Die Verwaltung legt dem Ausschuss einen Vorschlag für die Verteilung der Mittel vor. Die endgültige Entscheidung über das Geld trifft später die Stadtverordnetenversammlung mit dem Haushalt für 2027. Die Stadt will mit dem zusätzlichen Geld vor allem frühe und wohnortnahe Unterstützung für Familien stärken. Dazu gehören Familienbildung, Beratung, Frühe Hilfen und gemeinsame Freizeitangebote.

Zahl der pädagogischen Stellen soll sich verdoppeln

2026 unterstützt die Stadt sechs Projekte der freien Jugendhilfe mit insgesamt rund neun Stellen. Damit deckt sie nach eigenen Berechnungen aktuell etwa 34,5 Prozent des ermittelten Bedarfs ab. 2027 will die Verwaltung mit der neuen Finanzierung rund 18 Stellen für pädagogische Fachkräfte ermöglichen. Damit würde sich die Zahl der geförderten Stellen ungefähr verdoppeln. In den einzelnen Cottbuser Sozialräumen soll die Bedarfsdeckung auf etwa 70 Prozent steigen.

Bislang unterscheiden sich die Stadtteile deutlich. In Cottbus-Mitte erreicht die Förderung laut Stadt aktuell knapp 50 Prozent des Bedarfs, in Cottbus-Ost dagegen nur knapp 24 Prozent.

Familienzentren in den Stadtteilen sollen profitieren

Die Stadt will vor allem die vorhandenen Familienzentren als Anlaufstellen in den Stadtteilen stärken. Dazu zählen unter anderem das Familienzentrum Hopfengarten in Cottbus-Nord, Carpe Diem Family in Cottbus-Ost, das Familienzentrum der Caritas in Cottbus-Süd und das Familienzentrum Ströbitz im „Haus Jule“. Das Familienhaus Cottbus bietet außerdem Eltern-Kind-Treffs in Mitte und Ost an. Die Stadt möchte die Angebote stärker danach ausrichten, wie groß der tatsächliche Bedarf in den jeweiligen Stadtteilen ist.

Den Kurs hin zu mehr Prävention verfolgt Cottbus bereits seit 2025. Die Stadt will Familien möglichst früh erreichen, bevor Belastungen größer werden und Familien intensivere Hilfen benötigen. Oberbürgermeister Tobias Schick sieht die Familienzentren dabei als wichtigen Bestandteil. Gleichzeitig betont die Stadt, dass sie das zusätzliche Geld innerhalb des vorhandenen finanziellen Rahmens umverteilen will. Ob die geplante stärkere Prävention langfristig auch den Bedarf an kostenintensiveren Hilfen zur Erziehung senkt, lässt sich nach Einschätzung der Verwaltung nicht kurzfristig absehen.

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Autor: Redaktion

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