Schwere Lkw sollen nach dem Willen der Brandenburger Transportwirtschaft auf geeigneten Straßen außerhalb von Ortschaften künftig bis zu 80 statt 60 km/h fahren dürfen. Die drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern und mehrere Verkehrsverbände haben dazu bei der ersten Landesverkehrskonferenz ein gemeinsames Forderungspapier beschlossen.
Brandenburg soll Bundesratsinitiative starten
Für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen gilt außerhalb geschlossener Ortschaften auf entsprechenden Straßen bislang grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Die beteiligten Wirtschafts- und Verkehrsverbände wollen diese Grenze auf geeigneten Straßen auf 80 km/h anheben. Dafür soll Brandenburg nach Vorstellung des Bündnisses eine Initiative im Bundesrat anstoßen. Welche Straßen konkret für Tempo 80 infrage kommen könnten, legt die veröffentlichte Forderung nicht im Einzelnen fest.
Transportwirtschaft fordert bessere Straßen und mehr Lkw-Parkplätze
Beim Tempolimit bleibt es nicht. Die Branche fordert insgesamt bessere Bedingungen für den Güterverkehr in Brandenburg. Dazu zählen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, mehr sichere Lkw-Stellplätze sowie eine bessere Koordination von Baustellen. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen außerdem schneller werden. Auch Wettbewerbsbedingungen im europäischen Straßengüterverkehr sind Teil des Forderungspapiers.
Mehr Ladestationen für E-Lkw gefordert
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umstieg auf klimafreundlichere Antriebe. Nach Einschätzung der beteiligten Verbände seien Unternehmen grundsätzlich bereit, beispielsweise in Elektro-Lkw oder Wasserstofftechnologien zu investieren. Fehlende Ladeinfrastruktur, hohe Investitionskosten und mangelnde Planungssicherheit würden den Umstieg derzeit allerdings erschweren. Deshalb fordert die Branche einen schnelleren Ausbau der entsprechenden Infrastruktur.
An dem gemeinsamen Forderungspapier sind die drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern beteiligt – damit auch die IHK Cottbus. Hinzu kommen unter anderem der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung Berlin-Brandenburg, die Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg sowie der Verband Verkehr & Logistik Berlin und Brandenburg. Auch die Lausitz war bei der Landesverkehrskonferenz vertreten. Jürgen Eckert, Geschäftsführer von Eckert-Transport aus Fehrow, verwies auf die Bedeutung regionaler Speditionen für Industrie, Handel und Handwerk. Bei den Vorschlägen handelt es sich bislang um Forderungen der Wirtschaft und der beteiligten Verbände. Eine Änderung der geltenden Geschwindigkeitsregelung ist damit noch nicht beschlossen.
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