Brandenburg reagiert auf die neuen PISA-Ergebnisse und will die Bildungsqualität mit mehreren bereits angestoßenen Maßnahmen verbessern. Bildungsminister Gordon Hoffmann sieht dringenden Handlungsbedarf. Im Mittelpunkt stehen mehr Förderung beim Lesen und Rechnen, zusätzliche Lernzeit sowie eine frühere Sprachförderung.
Anlass sind die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025. Sie zeigen für Deutschland einen weiteren Rückgang der Leistungen 15-jähriger Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften.
Eigene PISA-Ergebnisse für Brandenburg gibt es nicht, da die Studie keine Resultate für einzelne Bundesländer ausweist.
Brandenburg reagiert auf PISA-Studie 2025 mit mehreren Maßnahmen
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann sieht durch die Ergebnisse den Handlungsbedarf bei der Bildungsqualität bestätigt.
Das Land hat nach Angaben des Bildungsministeriums bereits mehrere Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören die Stärkung von Lesen, Schreiben und Rechnen, mehr Lernzeit sowie eine frühere und gezieltere Sprachförderung.
Ziel ist insbesondere, dass mehr Schülerinnen und Schüler die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik erreichen.
Leseband wird ab 2027/28 verpflichtend
An den Grundschulen sollen verbindliche Lese- und Rechenzeiten die Basiskompetenzen stärken.
Das Leseband wird nach den Plänen des Landes ab dem Schuljahr 2027/28 an allen Grundschulen verpflichtend eingeführt. Das Rechenband soll schrittweise bis zum Schuljahr 2028/29 folgen.
Zusätzlich ist mehr Lernzeit in der Grundschule vorgesehen.
Sprachförderung soll bereits in der Kita früher ansetzen
Auch bei der Sprachförderung will Brandenburg früher reagieren.
Die evidenzbasierte Sprachstandserhebung in der Kita soll auf das fünfte Lebensjahr vorgezogen werden. In der ersten Klasse soll die Sprachentwicklung erneut überprüft werden.
Damit soll Förderbedarf früher erkannt werden, sodass betroffene Kinder gezielter unterstützt werden können.
540 Millionen Euro für 110 Schulen in Brandenburg
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Abbau von Bildungsungleichheiten.
Im Startchancen-Programm werden in Brandenburg 110 Schulen über zehn Jahre gefördert. Dafür stellen Bund und Land insgesamt rund 540 Millionen Euro bereit.
Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Angebote in Deutsch und Mathematik, Verbesserungen der Lernumgebung und Unterstützung durch multiprofessionelle Teams.
Leistungsdaten sollen Probleme früher sichtbar machen
Brandenburg will außerdem stärker mit vorhandenen Leistungsdaten arbeiten. Entwicklungsbedarf an Schulen soll dadurch früher erkannt werden.
Anschließend sollen konkrete Ziele vereinbart und die Schulen gezielter bei der Verbesserung von Unterricht und Lernergebnissen unterstützt werden.
Das Bildungsministerium macht gleichzeitig deutlich, dass Verbesserungen nicht kurzfristig zu erwarten seien. Mehrere Maßnahmen setzen bereits früh in der Bildungsbiografie an und sollen ihre volle Wirkung deshalb erst über mehrere Jahre entwickeln.
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