Neue Entwicklung bei den Ermittlungen zu den Angriffen auf Stromanlagen in der Lausitz: Bei Schleife sind neun weitere selbst hergestellte Sprengvorrichtungen entdeckt worden. Damit wurden in Sachsen inzwischen insgesamt 21 solcher Vorrichtungen gefunden. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärften die neuen Funde.
Die neun weiteren Vorrichtungen wurden bei der vorsorglichen Suche an elektrischen Einrichtungen südlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife entdeckt. Sie befanden sich unmittelbar im Bereich von Hochspannungstrassen.
Weitere Sprengvorrichtungen bei Schleife entdeckt
Der von der Polizeidirektion Görlitz geführte Sucheinsatz wurde am Sonntag beendet.
Die jetzt entdeckten neun Vorrichtungen wurden durch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärft und für weitere Untersuchungen sichergestellt. Kriminaltechniker untersuchten zudem die Fundorte.
Nach bisherigen Erkenntnissen sollten die selbst gebauten Vorrichtungen offenbar Kurzschlüsse an Hochspannungsleitungen verursachen.
Insgesamt 21 Vorrichtungen in Sachsen gefunden
Bereits am Freitag waren bei einem umfangreichen Polizeieinsatz zwölf Vorrichtungen entdeckt worden.
Acht davon wurden südlich des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen im Landkreis Bautzen gefunden. Vier weitere befanden sich östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife.
Mit den neun neuen Funden steigt die Gesamtzahl in Sachsen damit auf 21 Sprengvorrichtungen.
Keine Beeinträchtigung der Stromversorgung
Während der Arbeiten mussten Hochspannungsleitungen teilweise kurzzeitig stromfrei geschaltet werden.
Nach Angaben der Behörden kam es jedoch weder zu Schäden an der Infrastruktur noch zu Beeinträchtigungen der Stromversorgung. Eine unmittelbare Gefahrenlage für die Bevölkerung bestand demnach ebenfalls nicht.
Ermittlungen wegen möglicher Sabotage
Die Ermittlungen werden von der Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und dem Landeskriminalamt Sachsen geführt.
Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.
Im Fokus stehen die Vorfälle an der kritischen Infrastruktur der Stromversorgung im Bereich Lohsa, Ortsteil Lippen, und Schleife.
Verbindung zu Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wird geprüft
Die Ermittler untersuchen außerdem mögliche Zusammenhänge mit den Sabotagefällen an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.
Anhaltspunkte dafür sind unter anderem ein in einem Bekennerschreiben erwähnter Tatort sowie die Art der verwendeten Vorrichtungen.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen steht ein 48 Jahre alter deutscher Staatsangehöriger aus Nordrhein-Westfalen. Ob er tatsächlich für einen oder mehrere der Fälle verantwortlich ist, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Die Behörden bitten die Bevölkerung weiterhin um Hinweise. Von Interesse sind insbesondere verdächtige Beobachtungen, Personen oder Fahrzeuge im Bereich der betroffenen Hochspannungstrassen sowie dort aufgenommene Fotos und Videos.
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