In fast vier von zehn Kitas in Brandenburg wird das Personal weniger. Gleichzeitig bleiben durchschnittlich 15,3 Plätze pro Einrichtung unbesetzt. Das geht aus dem Kita-Bericht 2026 hervor, für den bundesweit 3.267 Einrichtungen erfasst wurden.
Für Brandenburg weist die Auswertung einen Anteil von 39,8 Prozent der Kitas mit schrumpfenden Teams aus. Damit gehört das Land zu den Bundesländern mit besonders hohen Werten.
Kita-Bericht 2026: 39,8 Prozent der Teams in Brandenburg schrumpfen
Sinkende Kinderzahlen führen dem Bericht zufolge nicht automatisch zu einer Entspannung in den Einrichtungen.
In Brandenburg schrumpft das Team in 39,8 Prozent der Kitas. Gleichzeitig sind durchschnittlich 15,3 Plätze je Einrichtung nicht belegt.
Bundesweit bleiben mehr als 550.000 Kitaplätze ungenutzt. Trotzdem fehlen rechnerisch rund 107.000 pädagogische Fachkräfte.
Mehr als die Hälfte musste Betreuung einschränken
Auch die personelle Belastung bleibt hoch.
65,3 Prozent der befragten Fachkräfte bewerten den vorhandenen Personalschlüssel als nicht ausreichend, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.
In 51,5 Prozent der Kitas musste die Betreuung innerhalb der vorangegangenen vier Wochen zeitweise eingeschränkt werden. Bei 28,2 Prozent geschah das sogar mehrfach innerhalb dieses Zeitraums.
Hohe psychische Belastung bei Beschäftigten
Fast 90 Prozent der Einrichtungen berichten von einer starken psychischen Belastung ihres Personals.
In 43,5 Prozent der Kitas verließ innerhalb eines Jahres mindestens eine Fachkraft die Einrichtung aus psychischen Gründen.
Besonders angespannt ist die Situation laut Bericht in Einrichtungen mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Dort treffen zusätzliche Anforderungen wie Sprachförderung, Inklusion und unterschiedliche soziale Belastungen auf die vorhandenen Personalressourcen.
Sozialindex für Kita-Finanzierung gefordert
Der Paritätische Landesverband Brandenburg fordert deshalb einen Sozialindex in der Kita-Finanzierung.
Damit sollen Einrichtungen abhängig von ihrer konkreten Belastung zusätzliche Ressourcen erhalten. Berücksichtigt werden sollen unter anderem Armut, Migration und Inklusionsbedarf.
Der Verband spricht sich damit gegen einen pauschalen Personalabbau aufgrund sinkender Kinderzahlen aus und fordert eine stärkere Ausrichtung der Finanzierung an den tatsächlichen Bedingungen vor Ort.
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