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Umspannwerk

Bekennerschreiben nach Anschlag auf Umspannwerk Turnow-Preilack aufgetaucht

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 4. September 2026“.Liveblog ansehen

Nach dem mutmaßlichen Sabotageangriff auf das Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde gibt es neue Hinweise auf einen möglichen Täter. Wie die taz berichtet, hat die Redaktion ein handschriftliches Bekennerschreiben erhalten. Darin behauptet ein Mann aus Nordrhein-Westfalen, den Angriff allein vorbereitet und ausgeführt zu haben.

Ob der Verfasser tatsächlich für die Tat verantwortlich ist, ist weiterhin nicht bewiesen. Die taz hat nach eigenen Angaben jedoch mehrere Details des Schreibens überprüft und hält eine tatsächliche Täterschaft zumindest für möglich.

Bekennerschreiben Turnow-Preilack enthält auffällige Details

Nach dem Bericht der taz wurde der Brief laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt. Der Verfasser nennt darin persönliche Angaben und beschreibt Einzelheiten des Angriffs auf die Strominfrastruktur bei Jänschwalde.

Besonders relevant für die Prüfung der Echtheit: Nach Darstellung der taz enthält das Schreiben Angaben zur Tatzeit und zur eingesetzten Technik, die mit bislang bekannten Erkenntnissen übereinstimmen. Ein Teil dieser Informationen sei erst öffentlich bekannt geworden, nachdem der Brief bereits abgeschickt worden sein müsste.

Die taz betont trotzdem, dass sich nicht zweifelsfrei feststellen lässt, ob der Verfasser auch tatsächlich der Täter ist. Denkbar sei grundsätzlich auch ein falsches Bekenntnis oder der Versuch, Ermittler bewusst auf eine falsche Spur zu führen.

taz überprüft Angaben zum mutmaßlichen Verfasser

Ungewöhnlich ist, dass der Brief konkrete Angaben zu seinem angeblichen Verfasser enthält. Die taz recherchierte deshalb an der genannten Adresse in Nordrhein-Westfalen.

Nach Angaben der Zeitung erkannte ein Familienmitglied die Handschrift als die des im Schreiben genannten Mannes. Zu dessen aktuellem Aufenthaltsort habe die Person jedoch keine Angaben machen können.

Die Redaktion kommt nach ihrer Prüfung zu dem Ergebnis, dass der genannte Unterzeichner wahrscheinlich auch der Verfasser des Briefes ist. Damit ist allerdings noch nicht geklärt, ob er den Angriff auf das Umspannwerk Turnow-Preilack tatsächlich begangen hat.

Verfasser nennt fossile Energie als Motiv

In dem Schreiben wird der Angriff laut taz mit der Nutzung fossiler Energieträger begründet. Der Verfasser stellt die Tat demnach als Protest gegen die Folgen fossiler Stromerzeugung dar.

Zugleich behauptet er, allein gehandelt und niemanden zuvor über seine Pläne informiert zu haben. Nach Darstellung der taz kündigt der Autor außerdem weitere Angriffe beziehungsweise Stromausfälle an.

Auch eine mögliche Beeinträchtigung der deutschen Rüstungsindustrie wird in dem Schreiben thematisiert.

Weitere angebliche Tatorte werden genannt

Nach Angaben der taz führt der Verfasser außerdem zwei weitere Orte in Brandenburg und einen Ort in Sachsen auf, an denen Hochspannungsleitungen ebenfalls angegriffen worden sein sollen.

Ob es an diesen Orten tatsächlich entsprechende Vorfälle gegeben hat, blieb zunächst offen. Die Brandenburger Polizei äußerte sich gegenüber der Zeitung dazu nicht.

Nicht genannt wird in dem Schreiben ein späterer Vorfall bei Köln-Bergheim. Dort wurden ebenfalls Vorrichtungen entdeckt, mit denen die Strominfrastruktur angegriffen worden sein soll. Mehrere Kraftwerksblöcke mussten infolge eines Kurzschlusses vom Netz genommen werden. Zu einem Stromausfall kam es nach den vorliegenden Angaben jedoch nicht.

Polizei: Täterschaft weiterhin ungeklärt

Nach Radio-Cottbus-Informationen wurde die Polizei Brandenburg am Donnerstag über das aufgetauchte Schreiben informiert.

Gegenüber der taz erklärte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums am Donnerstag zugleich, dass der Behörde selbst zu diesem Zeitpunkt kein Bekennerschreiben vorliege. Auch die Staatsanwaltschaft Köln teilte der Zeitung mit, dort sei kein solches Schreiben eingegangen.

Damit bleibt offen, wer hinter den Angriffen steckt und ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt.

Angriff auf Umspannwerk am Dienstagmorgen

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Einsatz am Dienstag, 1. September. Gegen 8 Uhr war der Polizei eine mutmaßliche Beschädigung an einer Oberleitung eines Umspannwerks in Turnow-Preilack gemeldet worden.

Bei der Untersuchung des Bereichs fanden Einsatzkräfte eine zweistellige Zahl sogenannter unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen, kurz USBV. Ein Teil davon hatte nicht ausgelöst.

Spezialisten untersuchten und sicherten die Vorrichtungen. Anschließend übernahm das Landeskriminalamt Brandenburg die Ermittlungen.

50Hertz spricht von selbstgebauten Flugkörpern

Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz waren bei dem Angriff selbstgebaute Flugkörper eingesetzt worden, die handelsüblichen Silvesterraketen ähnelten.

Offenbar sollte damit die Stromversorgung im Umfeld des Kraftwerks Jänschwalde beeinträchtigt werden. Ein größerer Stromausfall blieb aus. Laut 50Hertz war die allgemeine Stromversorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Ermittler prüfen Terrorverdacht

Die Ermittlungen betreffen unter anderem den Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung nach Paragraf 129a StGB. Daneben stehen unter anderem die Störung öffentlicher Betriebe, die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und die Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel im Raum.

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann hatte den Vorfall als versuchte Sabotage bezeichnet. Nach seinen Angaben verdichteten sich zuletzt Hinweise darauf, dass die Angriffe auf die Energieversorgung miteinander zusammenhängen könnten.

Auch die Bundesanwaltschaft steht nach den vorliegenden Angaben mit den zuständigen Ermittlungsbehörden in Kontakt.

Umspannwerk ist wichtiger Knoten im Lausitzer Stromnetz

Das Umspannwerk Turnow-Preilack spielt eine wichtige Rolle für die Energieversorgung in der Lausitz. Dort wird unter anderem Strom aus dem Kraftwerk Jänschwalde in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist und weiterverteilt.

Das Bekennerschreiben Turnow-Preilack liefert nun neue Ansatzpunkte. Ob der darin genannte Mann tatsächlich hinter dem Angriff steckt, müssen jedoch die weiteren Ermittlungen zeigen.

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Autor: Redaktion

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