Wie gelingt der Strukturwandel in der Lausitz, ohne dass gute Arbeitsplätze verloren gehen? Darüber haben am Montag mehr als 200 Vertreter aus Gewerkschaften, Unternehmen, Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft bei der 21. Lausitz-Konferenz in Hoyerswerda diskutiert. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes muss an mehreren Stellen nachgesteuert werden. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Arbeitsplätze, Infrastruktur, Ausbildung, Tarifbindung und die Zukunft der Industrie in der Lausitz.
Lausitz-Konferenz: Gute Arbeitsplätze im Mittelpunkt
Die Konferenz steht in diesem Jahr unter dem Motto „Anpacken für Gute Arbeit“. Die DGB-Bezirke Sachsen und Berlin-Brandenburg sowie das Projekt REVIERWENDE wollen damit den Blick stärker auf die Beschäftigten im Strukturwandel richten. Nach Einschätzung des DGB sorgen sich viele Menschen in der Region angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten um ihre Arbeitsplätze. Gefordert werden deshalb verlässliche Perspektiven und langfristige Investitionen. Daniela Kolbe, DGB-Vorsitzende in Sachsen, sieht sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze als entscheidenden Faktor für die Zukunft der Lausitz.
DGB fordert schnelleren Ausbau der Infrastruktur
Ein konkretes Beispiel ist aus Sicht der Gewerkschaften die Bahnverbindung zwischen Dresden und Görlitz. Der DGB fordert, die seit Jahren diskutierte Elektrifizierung der Strecke endlich umzusetzen. Sie sei wichtig für die Anbindung der Lausitz an Dresden und in Richtung Polen. Kolbe sieht hier vor allem den Bund in der Verantwortung und fordert schnellere Entscheidungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten.
Junge Menschen sollen in der Lausitz bleiben
Auch die Frage, wie junge Menschen langfristig in der Region gehalten werden können, spielte bei der Konferenz eine große Rolle. Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, nennt dafür mehrere Voraussetzungen: gute Löhne, Tarifverträge, Ausbildungsplätze, bezahlbares Wohnen und eine leistungsfähige öffentliche Infrastruktur. Aus Sicht des DGB sollten deshalb unter anderem Bildung und öffentlicher Nahverkehr weiter gestärkt werden.
Gewerkschaften wollen Beschäftigte stärker beteiligen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Mitbestimmung bei den Veränderungen in der Region. Nach Auffassung der Gewerkschaften kann der Strukturwandel nur dauerhaft funktionieren, wenn Beschäftigte und Menschen vor Ort stärker in Entscheidungen einbezogen werden. Gleichzeitig fordert der DGB verlässliche Rahmenbedingungen für die Industrie, um weitere Arbeitsplatzverluste möglichst zu vermeiden.
Die 21. Lausitz-Konferenz bringt dafür Akteure aus beiden Teilen der Lausitz zusammen und soll den Austausch über die nächsten Schritte im Strukturwandel fördern.
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