Die anhaltende Trockenheit verschärft die Wassersituation im Spreewald. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat deshalb Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern vorübergehend untersagt. Betroffen sind mehrere Städte, Gemeinden und Ämter – darunter Lübben, Lieberose/Oberspreewald und der Unterspreewald. Grund sind die inzwischen sehr niedrigen Abflüsse der Spree. Wasser darf in den betroffenen Gebieten vorerst nicht mehr mit Pumpen aus Flüssen, Seen und anderen Oberflächengewässern entnommen werden.
Wasserentnahmeverbot betrifft sechs Kommunen
Die Allgemeinverfügung des Landkreises gilt für:
- Gemeinde Märkische Heide
- Amt Unterspreewald
- Amt Lieberose/Oberspreewald
- Stadt Lübben
- Stadt Luckau
- Gemeinde Heideblick
Untersagt werden sowohl Wasserentnahmen im Rahmen des Eigentümer- und Anliegergebrauchs als auch bereits wasserrechtlich erlaubte Entnahmen mit Pumpvorrichtungen. Die Regelung gilt vorübergehend.
Spree führt deutlich zu wenig Wasser
Wie angespannt die Situation ist, zeigt der Pegel Leibsch UP. Dort soll ein Mindestabfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde erreicht werden. Dieser Wert wird bereits seit dem 24. Mai dauerhaft unterschritten. Am 17. August lag der Abfluss nur noch bei rund 1,4 Kubikmetern pro Sekunde. Seit dem 14. August gelten deshalb bereits verschärfte Maßnahmen aus Phase 2 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes.
Wenig Regen und kaum Reserven in den Speichern
Die hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen haben die Situation weiter verschärft. Gleichzeitig stehen in den Wasserspeichern nur noch begrenzte Reserven zur Verfügung. Das Landesamt für Umwelt hat deshalb unter anderem begonnen, Ableitungen aus der Spree zu reduzieren. Einzelne Regenschauer können die Lage laut Landkreis derzeit nur kurzfristig verbessern. Insgesamt bleibt die wasserwirtschaftliche Situation im Einzugsgebiet der Spree angespannt.
Niedrigwasser im Spreewald nicht überall sichtbar
Das Problem ist für Besucher und Anwohner nicht zwangsläufig auf den ersten Blick zu erkennen. Wehre und Stauanlagen halten vielerorts Wasser in den Fließen und Seen zurück. Dadurch kann der Wasserstand vergleichsweise normal aussehen. Entscheidend ist allerdings die Menge des tatsächlich durchströmenden Wassers – und die nimmt weiter ab. Das kann Folgen für den Wasserhaushalt und den ökologischen Zustand der Gewässer haben. Mit dem Wasserentnahmeverbot sollen die verbliebenen Reserven geschont und die Abflüsse stabilisiert werden.
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