Zum Start des neuen Schuljahres besuchen rund 730.000 Kinder und Jugendliche die Schulen in Berlin und Brandenburg. Gleichzeitig bleiben in beiden Bundesländern zahlreiche Lehrerstellen unbesetzt. In Berlin fehlen nach den vorliegenden Angaben etwa 500 Lehrkräfte, in Brandenburg sind es mehr als 300.
Während die Bildungsverwaltungen mit verschiedenen Maßnahmen auf die Personalsituation reagieren, bewerten Politik und Gewerkschaft die Lage unterschiedlich.
Brandenburg zählt mehr als 324.000 Schüler
An Brandenburgs Schulen werden im neuen Schuljahr mehr als 324.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Eine ähnlich hohe Zahl gab es demnach seit rund 20 Jahren nicht mehr.
In Berlin liegt die Zahl bei knapp 405.000 schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen. Damit erreicht die Hauptstadt einen neuen Höchststand.
Mehr als 300 Lehrerstellen in Brandenburg unbesetzt
In Brandenburg sind zum Schuljahresbeginn noch mehr als 300 Lehrerstellen offen. Bildungsminister Gordon Hoffmann hatte die Situation bereits vor dem Start als besonders herausfordernd bezeichnet und vom „schwierigsten Schuljahr überhaupt“ gesprochen.
Kritik kommt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Brandenburg. Landesvorsitzender Günther Fuchs verweist darauf, dass die Entwicklung der Schülerzahlen bereits länger absehbar gewesen sei. Aus Sicht der Gewerkschaft hätte deshalb früher stärker auf den Personalbedarf reagiert werden müssen. Fuchs kritisiert außerdem, dass es nach seinen Angaben rund 100 Stellen weniger als im vergangenen Schuljahr gebe.
Berlin fehlen etwa 500 Lehrkräfte
Auch in Berlin sind zum Start des Schuljahres noch Stellen offen. Dort fehlen nach den genannten Zahlen etwa 500 Lehrerinnen und Lehrer.
Wie Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch gegenüber dem rbb erklärt, sei diese Lücke in den vergangenen Jahren kleiner geworden. Vor drei Jahren hätten zu Beginn des Schuljahres noch etwa 1.500 Lehrkräfte gefehlt.
Offene Stellen sollen unter anderem durch Studierende, Vertretungslehrkräfte und Beschäftigte aus anderen Berufsgruppen besetzt werden. Zudem sollen ausländische Berufsabschlüsse leichter anerkannt werden. Nach Angaben der Senatorin gibt es außerdem so viele Referendare wie bisher noch nicht.
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