In Brandenburg sind 2025 insgesamt 461 antisemitische Vorfälle dokumentiert worden. Damit bleibt die Zahl weiter auf einem sehr hohen Niveau.
Das zeigt der neue Monitoringbericht der Fachstelle Antisemitismus Brandenburg. Im Vergleich zu 2024 wurden zwar 23 Vorfälle weniger erfasst. Gegenüber 2022 hat sich die Zahl laut Bericht aber mehr als verdoppelt.
Antisemitische Vorfälle in Brandenburg: Cottbus stark betroffen
Antisemitismus zeigt sich demnach im gesamten Land. Besonders viele Vorfälle wurden in Oberhavel, Cottbus und Potsdam dokumentiert. In Cottbus erfasste die Fachstelle 57 antisemitische Vorfälle. Oberhavel liegt mit 76 Vorfällen vorn, Potsdam folgt mit 53.
Der Bericht spricht von einer dauerhaften Niveauverschiebung seit dem 7. Oktober 2023.
Öffentlicher und digitaler Raum bleiben zentrale Tatorte
Antisemitismus finde in Brandenburg weiterhin häufig dort statt, wo Menschen ihm kaum ausweichen können: im öffentlichen Raum und im digitalen Raum.
Dort würden antisemitische Inhalte zunehmend offen verbreitet. Der Bericht beschreibt unter anderem Gewaltaufrufe gegen Jüdinnen und Juden, Vernichtungsfantasien und Bezüge zu Nationalsozialismus und Holocaust.
Rechtsextremer Hintergrund am häufigsten
Fast jeder zweite dokumentierte Vorfall wird einem rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund zugeordnet. Insgesamt waren das 208 Fälle und damit 45,1 Prozent.
Die häufigste Erscheinungsform bleibe der Post-Shoah-Antisemitismus mit 206 Fällen. Danach folgen antisemitisches Othering mit 134 Fällen und israelbezogener Antisemitismus mit 121 Fällen.
Mehr Angriffe und Bedrohungen
Die meisten dokumentierten Vorfälle fallen in den Bereich verletzendes Verhalten. Gleichzeitig, so der Bericht, nehmen Angriffe und Bedrohungen zu.
Für 2025 zählt die Fachstelle 18 Angriffe und 58 Bedrohungen. Für Betroffene bedeute das eine massive Belastung im Alltag, weil antisemitische Vorfälle in vielen Lebensbereichen auftreten können.
Brandenburgs Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt verweist zugleich auf Maßnahmen gegen Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens. Dazu gehören die Fachstelle Antisemitismus Brandenburg, die Verankerung des Schutzes jüdischen Lebens und der Bekämpfung von Antisemitismus als Staatsziel sowie die Berufung eines Beauftragten zur Bekämpfung des Antisemitismus.
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