Der Cottbuser Ostsee soll im Sommer möglicherweise helfen, die Spree bei Niedrigwasser zu stützen. Doch der BUND Brandenburg warnt vor vorschnellen Entscheidungen: Aus Sicht des Umweltverbandes sind die Wasserbilanz, die Sulfatbelastung und mögliche Folgen für die Trinkwasserversorgung noch nicht ausreichend geklärt.
Warum der Cottbuser Ostsee jetzt im Fokus steht
Wenn es in der Spree wieder trockener wird, rückt der Cottbuser Ostsee stärker in den Blick. Der See wird als möglicher Wasserspeicher diskutiert, der in Niedrigwasserzeiten Wasser abgeben könnte. Doch genau davor warnt der BUND. Der See sei nach Einschätzung des Verbandes kein automatisch verfügbarer Speicher, der jederzeit zur Entlastung der Spree genutzt werden könne.
BUND fordert klare Daten vor Entscheidungen
Der Verband hat sich mit einem Brief und einem Informationspapier an die Cottbuser Stadtverordneten gewandt. Gefordert werden unabhängige wissenschaftliche Gutachten, transparente Daten zur tatsächlichen Wasserbilanz und klare Regeln für mögliche Wasserabgaben. Zwar habe der Cottbuser Ostsee Ende 2024 seinen Zielwasserstand erreicht. Dennoch gebe es laut BUND weiterhin deutliche Wasserverluste durch Verdunstung und Abfluss in den Untergrund.
Sulfatwerte bleiben ein Problem
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Sulfatwerte. Diese liegen nach Angaben des Verbandes weiterhin oberhalb des für die Trinkwasserbewirtschaftung wichtigen Orientierungswertes von 250 Milligramm pro Liter. Die heutige Wasserqualität sei vor allem durch große Mengen eingeleiteten Spreewassers verbessert worden. Ohne weitere Zuführung könnten laut BUND sinkende Wasserstände und eine schlechtere Wasserqualität drohen.
Trinkwasser- und Gewässerschutz sollen Vorrang haben
Für den BUND steht fest: Bevor der Cottbuser Ostsee als Speicher eingeplant wird, müssen die Folgen für Grundwasser, Gewässer und Trinkwasserversorgung belastbar geklärt werden. Die Frage ist damit weit mehr als ein technisches Detail. Es geht um die Wasserzukunft der Lausitz.
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