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Brandeburgs Apotheker schlagen Alarm: Drohen jetzt noch mehr Orte ohne Apotheke?

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 15. April 2026“.Liveblog ansehen

Brandenburgs Apotheker schlagen Alarm: Die Apothekerschaft im Land warnt vor den jüngsten Vorschlägen des Bundesgesundheitsministeriums und sieht die Arzneimittelversorgung in Gefahr. Nach Ansicht der Landesapothekerkammer Brandenburg würde eine Gegenfinanzierung der zugesagten Honorarerhöhung über einen höheren Kassenabschlag die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken weiter verschärfen.

Brandenburg Apotheker schlagen Alarm wegen geplanter Gegenfinanzierung

Die Kritik aus Potsdam fällt deutlich aus. Kammerpräsident Jens Dobbert spricht von einem Modell, das keine echte Entlastung bringe. Aus Sicht der Apothekerschaft wäre es reine Augenwischerei, wenn eine längst überfällige Erhöhung des Apothekenfixums direkt durch neue Belastungen wieder aufgezehrt würde.

Seit 2013 wurde das Apothekenhonorar laut Landesapothekerkammer nicht mehr dynamisiert. Bei einer Anpassung analog zur Grundlohnrate müsste das Honorar im Jahr 2026 bereits bei 12,64 Euro liegen, also rund 50 Prozent höher als bisher.

Milliardenlast für die Apotheken in Brandenburg

Nach Angaben der Apothekerschaft haben die Apotheken durch die ausgebliebene Honoraranpassung seit mehr als einem Jahrzehnt einen unfreiwilligen Sparbeitrag von 15,9 Milliarden Euro zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung geleistet. Hinzu kommt der gesetzliche Apothekenabschlag, der die Betriebe im Zeitraum von 2013 bis 2026 mit weiteren 13,2 Milliarden Euro belastet habe.

Zusätzlich verweist die Kammer auf die Zeit von Februar 2023 bis Januar 2025. In diesem Zeitraum hätten die Apotheken durch eine Erhöhung des Kassenabschlags bereits einen weiteren Sparbeitrag zur Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht.

Versorgung vor Ort gerät immer stärker unter Druck

Die Landesapothekerkammer warnt, dass die wirtschaftliche Substanz vieler Betriebe bereits massiv geschwächt sei. Weitere Einschnitte könnten dazu führen, dass noch mehr Orte ohne Apotheke bleiben. Das hätte nach Einschätzung der Apothekerschaft direkte Folgen für die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln.

Dobbert macht deutlich, dass faire Honorare aus Sicht der Apotheken keine Sonderbehandlung seien. Sie seien vielmehr die Grundlage dafür, dass die Versorgung im Land zuverlässig gesichert werden kann.

Brandenburg Apotheker schlagen Alarm beim Blick auf die GKV-Ausgaben

Besonders kritisch bewertet die Apothekerschaft die Verteilung der Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung. Während der Wertschöpfungsanteil der Apotheken an den Gesamtausgaben der GKV im Jahr 2024 nach Kammerangaben nur 1,8 Prozent betragen habe, hätten die Verwaltungsausgaben der Krankenkassen bei 3,9 Prozent gelegen und damit mehr als doppelt so hoch.

Zugleich hätten die Apotheken die Einsparungen durch Rabattverträge für die Kassen laut Kammerangaben von 5 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 6,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 gesteigert, ohne dafür zusätzlich vergütet zu werden.

Klare Forderung an die Politik

Die brandenburgische Apothekerschaft richtet deshalb ein klares Signal nach Berlin. Die im Koalitionsvertrag zugesicherte Honorarerhöhung müsse jetzt ohne Tricks und ohne weitere Verzögerung kommen. Eine gleichzeitige Erhöhung des Kassenabschlags sei aus Sicht der Kammer kein tragfähiger Kompromiss, sondern eine akute Gefahr für viele Apotheken und damit für die Versorgung der Menschen vor Ort.

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Autor: Redaktion

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