Ein emotionaler Moment, den wohl nur wenige Menschen jemals erleben: Martina Grabsch konnte im Plastinarium in Guben ihr eigenes Herz wieder in den Händen halten – konserviert für die Ewigkeit.
Die heute 34-Jährige wurde mit einem schweren Herzfehler geboren und kämpfte jahrzehntelang ums Überleben. Jetzt erzählt ihre Geschichte nicht nur von Krankheit und Hoffnung, sondern auch von einer ganz besonderen Verbindung zu ihrem Herzen.
Jahrzehntelanger Kampf mit schwerem Herzfehler
Schon als kleines Kind musste Martina mehrfach operiert werden. Mit vier Jahren stand die erste Herz-OP an, viele weitere folgten.
Zuletzt verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. Allein innerhalb eines Monats erlitt sie mehr als 20 Mal Kammerflimmern. Ärzte bezeichneten es bereits als Wunder, dass ihr Herz überhaupt noch schlug.
Die Erlösung kam schließlich mit einem Spenderherz.
„Es war für mich wie ein Freund“
Doch Martina stellte sich nach der Transplantation eine Frage, die viele verdrängen: Was passiert eigentlich mit dem eigenen Herzen?
Als sie erfuhr, dass es normalerweise entsorgt wird, traf sie das tief. Deshalb entschied sie sich dafür, ihr Herz im Plastinarium Guben plastinieren zu lassen.
Im vergangenen Jahr brachte sie das Organ selbst nach Guben. Jetzt bekam sie es zurück – konserviert und für immer sichtbar.
Martina beschreibt die Begegnung mit ihrem Herzen als überwältigend emotional:
„Das hat 30 Jahre lang mit mir gekämpft und alles gegeben“, erzählt sie. Für sie sei das Herz mehr als nur ein Organ gewesen. „Es war eher wie ein Freund.“
Plastiniertes Herz soll Menschen helfen
Das plastinierte Herz soll künftig auch anderen Menschen helfen. Martinas Vater gibt Erste-Hilfe-Kurse und möchte das außergewöhnliche Präparat nutzen, um zu zeigen, wie ein mehrfach operiertes Herz tatsächlich aussieht.
An dem Herzen lassen sich die zahlreichen Eingriffe und Veränderungen ihres Lebens genau erkennen.
Plastinarium Guben feiert 20-jähriges Jubiläum
Die besondere Übergabe fand ausgerechnet zum 20-jährigen Jubiläum des Plastinarium Guben statt.
Geschäftsführer Rurik von Hagens erinnerte daran, dass anfangs niemand ahnte, welche Bedeutung das Plastinieren einmal weltweit bekommen würde. Sein Vater Gunther von Hagens entwickelte die Methode ursprünglich für wissenschaftliche Zwecke.
Heute werden die Präparate weltweit in Universitäten und Bildungseinrichtungen genutzt.
Für Martina bedeutet das plastinierte Herz jedoch vor allem eines: ein Stück ihres Lebens zurückzubekommen.



























