Antisemitismus an Hochschulen war Thema eines Treffens in Potsdam. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle hat sich dort mit dem Beauftragten zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg, Andreas Büttner, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der staatlichen Hochschulen, der Studierenden und der Studierendenwerke ausgetauscht.
Hochschulen sollen vorbereitet und vernetzt bleiben
Nach den Worten von Manja Schüle ist Antisemitismus in all seinen Ausprägungen tief in der Gesellschaft verankert. Die Vorfälle der vergangenen Jahre an verschiedenen Hochschulen hätten das gezeigt. Brandenburgische Hochschulen seien bislang weniger betroffen als Einrichtungen in Berlin, das könne sich aber jederzeit ändern.
Schüle erklärte, dass die Hochschulen im Land strukturierte Präventionsmaßnahmen entwickelt hätten und über klare Vorgaben verfügten, wie mit Vorfällen umzugehen ist. Hochschulen stünden in der Verantwortung, Antisemitismus zu erkennen, klare Grenzen zu ziehen und Vertrauen in Strukturen zu schaffen, damit Studierende und Beschäftigte frei und sicher lernen und arbeiten können.
Prävention, Beratung und konsequentes Handeln im Mittelpunkt
Bei dem Austausch bestand Einigkeit darüber, dass Präventions- und Dialogformate ausgebaut werden müssen. Außerdem sollen Beratungs- und Ansprechpersonen qualifiziert und mit Fachstellen vernetzt werden.
Auch strafbare Vorfälle sollen in Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden konsequent verfolgt werden. Schüle betonte, dass sich heute erstmals alle Hochschulen im Land zu diesem Thema ausgetauscht hätten und die Vernetzung und Kooperation fortgesetzt werden soll.
Antisemitismusbeauftragter fordert klare Haltung
Andreas Büttner erklärte, dass Antisemitismus kein Randphänomen sei. Er begegne auch im akademischen Raum, oft subtil, manchmal offen und aggressiv.
Hochschulen müssten Orte der Freiheit, des wissenschaftlichen Diskurses und der Sicherheit für jüdische Studierende und Beschäftigte sein. Entscheidend sei, dass jüdisches Leben sichtbar und selbstverständlich bleibe und Antisemitismus, egal aus welcher Richtung er komme, konsequent benannt und bekämpft werde.
Hochschulen betonen gemeinsame Verantwortung
Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Vorsitzender der Brandenburgischen Landeskonferenz der Hochschulpräsidentinnen und -präsidenten, erklärte, dass Antisemitismus an Hochschulen keinen Platz habe. Die brandenburgischen Hochschulen stünden gemeinsam in der Verantwortung, klare Grenzen zu ziehen, Betroffene zu schützen und Vertrauen in verlässliche Strukturen zu schaffen.
Entscheidend sei, dass Prävention, Beratung und konsequentes Handeln ineinandergreifen – hochschulübergreifend, vernetzt und dauerhaft.
BTU-Präsidentin positioniert sich klar
Auch Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und stellvertretende BLHP-Vorsitzende, bezog klar Stellung. Hochschulen seien Orte, an denen demokratische Werte nicht nur gelebt werden. Sie trügen Verantwortung als Bildungseinrichtungen, in denen junge Menschen aus der ganzen Welt lernen und forschen.
Grande erklärte, es gehöre zum Selbstverständnis, sich klar für Weltoffenheit und Vielfalt zu positionieren. Antisemitismus und rechte Gewalt hätten an der BTU und in Brandenburg keinen Platz. Dafür brauche es den festen Schulterschluss mit Verantwortlichen in den Städten und in der Region, mit Institutionen und der demokratischen Zivilgesellschaft.
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