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Eine leere Wohnung als Symbolbild für den bestehenden Wohnraum

19.100 Wohnungen leer: Brandenburg kämpft mit Wohnungsleerstand

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 21. Oktober 2026“.Liveblog ansehen

Im weiteren Metropolenraum Brandenburgs standen Ende 2025 rund 19.100 Wohnungen der BBU-Mitgliedsunternehmen leer. Die Leerstandsquote stieg auf 9,6 Prozent – obwohl die Wohnungsunternehmen gleichzeitig Hunderte Wohnungen abgerissen haben. Der Verband warnt vor weiter steigenden Leerständen und einer Negativspirale aus Bevölkerungsrückgang und schwindender Infrastruktur.

Zum sogenannten weiteren Metropolenraum gehören auch Cottbus sowie die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster. Damit betrifft die Entwicklung auch große Teile der Lausitz.

Rund jede zehnte Wohnung steht leer

Ende 2025 zählten die BBU-Mitgliedsunternehmen im weiteren Metropolenraum Brandenburgs rund 19.100 leerstehende Wohnungen. Die Zahl blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, die Leerstandsquote stieg allerdings leicht von 9,5 auf 9,6 Prozent. Dass der Leerstand nicht stärker zunahm, liegt auch am umfangreichen Rückbau. Die Wohnungsunternehmen ließen allein 2025 540 Wohnungen abreißen.

Zum Vergleich zeigt sich im Berliner Umland eine komplett andere Situation: Dort liegt die Leerstandsquote bei lediglich 1,8 Prozent. In Potsdam stehen sogar nur 1,9 Prozent der Wohnungen leer.

Fast jedes zweite Unternehmen erwartet noch mehr Leerstand

Die Aussichten bleiben angespannt. Trotz weiterer Abrisspläne erwartet laut BBU-Umfrage fast jedes zweite befragte Wohnungsunternehmen im weiteren Metropolenraum bis 2030 steigende Leerstände. Der Verband sieht vor allem die demografische Entwicklung als Ursache. Besonders nördliche und südliche Grenzregionen Brandenburgs könnten nach einer vom BBU zitierten Untersuchung zwischen 2024 und 2045 20 bis fast 25 Prozent ihrer Bevölkerung verlieren.

Weniger Einwohner bedeuten langfristig auch weniger Nachfrage nach Wohnungen.

BBU warnt vor Negativspirale

Der Wohnungsverband sieht allerdings nicht nur die Bevölkerungsentwicklung als Problem. Wenn Schulen schließen, medizinische Angebote verschwinden oder Verkehrsverbindungen schlechter werden, verlieren Städte und Gemeinden zusätzlich an Attraktivität. Dadurch könnten noch mehr Menschen wegziehen und gleichzeitig weniger Menschen neu in die betroffenen Regionen kommen. Der BBU warnt deshalb vor einer Negativspirale aus Bevölkerungsrückgang, schlechterer Infrastruktur und wachsendem Wohnungsleerstand.

Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen im weiteren Metropolenraum sehen den Erhalt der Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur bereits als große Herausforderung.

Weitere Tausende Wohnungen sollen verschwinden

Die Wohnungsunternehmen planen deshalb weitere Abrisse.

Für 2026 sind 552 Wohnungen zum Rückbau vorgesehen. Ab 2027 planen die Unternehmen mittelfristig den Abriss von weiteren rund 2.600 Wohnungen.

Der BBU fordert dafür mehr finanzielle Unterstützung. Aktuell liegt die Förderobergrenze für den Rückbau bei 110 Euro pro Quadratmeter. Der Verband fordert eine Erhöhung auf 130 Euro pro Quadratmeter, weil auch die Abrisskosten gestiegen sind.

Trotz Leerstand braucht es teilweise neue Wohnungen

Der Verband spricht sich gleichzeitig nicht gegen Neubauten aus. Auch Regionen mit insgesamt sinkender Wohnungsnachfrage brauchen nach Ansicht des BBU neue und moderne Wohnungen. Gefragt seien beispielsweise zeitgemäße Grundrisse, moderne Ausstattung und unterschiedliche Wohnformen. Solche Angebote könnten neue Zielgruppen ansprechen und Menschen zum Zuzug bewegen. Damit stehen viele Städte in Brandenburg vor einer schwierigen Aufgabe: Sie müssen nicht mehr benötigte Wohnungen abbauen und gleichzeitig attraktive neue Angebote schaffen.

Für die Lausitz dürfte deshalb nicht allein entscheidend sein, wie viele Wohnungen vorhanden sind, sondern auch welche Wohnungen Menschen künftig nachfragen – und wie attraktiv die Städte und Gemeinden insgesamt als Wohnorte bleiben.

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Autor: Redaktion

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