Wie steige ich richtig in den Bus ein? Wo gehört der Schulranzen hin? Und warum darf ich niemals direkt vor oder hinter einem Bus über die Straße laufen? Genau das lernen Erstklässler im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in der Busschule. In diesem Schuljahr nehmen 36 Gruppen aus 22 Grundschulen daran teil.
Sicherheit nicht nur erklären, sondern ausprobieren
Die Busschule gibt es im Landkreis bereits seit vielen Jahren. Nachdem die Verkehrswacht das Angebot wegen Nachwuchsproblemen nicht mehr fortführen konnte, haben Landkreis und Verkehrsgesellschaft den praktischen Teil übernommen. Die Theorie lernen die Kinder bereits im Unterricht. Birgit Laurisch, Prokuristin und Leiterin des Bereichs Verkehr der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz, begleitet die praktischen Einheiten. Unterstützt wird die Verkehrsgesellschaft dabei von der KVG, die Bus und Fahrer zur Verfügung stellt. Die Gruppen bestehen aus höchstens 35 Kindern. Eine Einheit dauert in der Regel etwa 35 bis 45 Minuten.
Vom Einsteigen bis zum sicheren Sitzplatz
Angefangen wird schon vor der Bustür. Die Kinder lernen, wie sie sich beim Einsteigen verhalten, ihren Fahrausweis richtig nutzen und anschließend schnell einen sicheren Platz oder festen Halt finden. Auch der Schulranzen spielt eine Rolle. Er soll nicht auf einem Sitz liegen, sondern sicher abgestellt werden. Dabei setzt Laurisch bewusst auf Situationen, die die Kinder aus ihrem Alltag kennen. So wird nicht nur gesagt, was erlaubt oder verboten ist, sondern auch erklärt, warum bestimmte Regeln wichtig sind.
Warum gibt es im Bus keine Kindersitze?
Die Erstklässler bringen dabei jede Menge eigene Fragen mit. „Warum gibt es im Bus nicht überall Sicherheitsgurte? Warum dürfen Fahrgäste stehen? Wie schnell kann ein Bus fahren? Und warum braucht man dort keinen Kindersitz wie im Auto?“ Genau solche Fragen werden während der Busschule gemeinsam besprochen. Wenn es die Gruppe zulässt, kann außerdem eine kleine Gefahrenbremsung demonstriert werden. Dabei erleben die Kinder direkt, warum sie während der Fahrt sitzen oder sich gut festhalten sollten.
Eine Regel sollen sich die Kinder besonders merken
Besonders wichtig ist Laurisch eine Situation nach dem Aussteigen. Stehen Eltern oder Freunde auf der anderen Straßenseite, dürfen Kinder nicht vor oder hinter dem noch stehenden Bus über die Straße laufen. Sie sollen warten, bis der Bus abgefahren ist und die Straße gut einsehbar ist.
Angebot für erste Klassen im gesamten Landkreis
Die Busschule richtet sich an Grundschulen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, insbesondere an die ersten Klassen. Gelegentlich nehmen auch Zweitklässler teil. Für die Schulen ist das Angebot kostenlos. Für das laufende Schuljahr sind die Termine bereits vergeben.
Dass die Busschule gut ankommt, merkt Laurisch vor allem direkt bei den Kindern. So seien viele mit großer Begeisterung dabei und würden am Ende am liebsten gleich noch einmal mitmachen.
Foto: Landkreis OSL/Nora Bielitz
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