Rund 190.000 Menschen in Brandenburg arbeiten in Branchen, die für den Umbau hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft eine besondere Rolle spielen. Das entspricht 20 Prozent aller Erwerbstätigen im Land – und damit genau dem bundesweiten Durchschnitt. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes. Die Untersuchung beschäftigt sich mit der Frage, welche Branchen und Berufe für Energiewende, Gebäudesanierung, Infrastruktur und den Umbau der Industrie besonders wichtig sind – und wo Fachkräfte fehlen.
Brandenburg liegt im Osten weit vorn
Im Vergleich der Bundesländer erreicht Brandenburg mit seinem Anteil von 20 Prozent einen soliden Wert. Sachsen liegt mit 21 Prozent knapp darüber. Thüringen kommt ebenfalls auf 20 Prozent. Sachsen-Anhalt erreicht 18 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern 17 Prozent und Berlin lediglich 13 Prozent. Deutschlandweit arbeiten rund 7,76 Millionen Menschen in den von der Studie untersuchten Transformationsbranchen.
Dahme-Spreewald gehört zu den auffälligen Regionen
Innerhalb Brandenburgs zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Studie hebt besonders Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald und Oder-Spree hervor. Diese Landkreise weisen einen vergleichsweise hohen Anteil von Beschäftigten in transformationsrelevanten Branchen auf. Für Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster nennt die Studie dagegen keine konkreten Prozentwerte. Eine genaue Rangfolge für die Lausitzer Kreise lässt sich daraus deshalb nicht ableiten.
Energie, Bau und Maschinenbau spielen eine wichtige Rolle
Zu den für die regionale Auswertung betrachteten Branchen gehören unter anderem Energieversorgung, Baugewerbe, Maschinenbau, Fahrzeugbau, Verkehr und Logistik sowie Architektur- und Ingenieurbüros. Die Studie macht außerdem deutlich, dass die Transformation keineswegs nur in Großstädten stattfindet.
Bundesweit arbeiten in kreisfreien Großstädten 17,2 Prozent der Beschäftigten in den untersuchten Branchen. In ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen erreicht der Anteil dagegen 22,1 Prozent, in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 20,8 Prozent. Vor allem Baugewerbe und Maschinenbau spielen außerhalb großer Städte eine wichtige Rolle.
Fachkräfte könnten zum Flaschenhals werden
Die Studie sieht gleichzeitig ein großes Problem: Viele Berufe, die für den Umbau der Wirtschaft gebraucht werden, gehören bereits heute zu den Engpassberufen. Zu den besonders wichtigen Berufsgruppen zählen unter anderem Energietechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Betriebstechnik, Bauplanung und Architektur sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Besonders deutlich zeigt sich der Fachkräftemangel in der Energietechnik. Bundesweit kamen 2023 rechnerisch nur 0,19 Arbeitslose auf eine offene Stelle. In Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik lag der Wert bei 0,23, bei Bauplanung und Architektur bei 0,51 und in der Elektrotechnik bei 0,72.
Die Zahlen gelten für Deutschland insgesamt und nicht speziell für Brandenburg.
Studie fordert mehr Ausbildung und Weiterbildung
Die Autoren sehen deshalb vor allem bei Ausbildung und Qualifizierung Handlungsbedarf. Der demografische Wandel verschärft die Situation zusätzlich: Viele Beschäftigte aus den geburtenstarken Jahrgängen gehen in den Ruhestand, während gleichzeitig neue Fachkräfte für Infrastruktur, Energie und Industrie gebraucht werden. Besonders in technischen Berufen reicht der Nachwuchs aus der Ausbildung vielerorts nicht aus.
Die Studie empfiehlt deshalb mehr berufsbezogene Weiterbildung, modernisierte Ausbildungsinhalte, bessere Arbeitsbedingungen und regionale Fachkräftestrategien. Gerade die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen müssten stärker berücksichtigt werden.
Bedeutung der Transformationsbranchen könnte weiter wachsen
Bis 2027 erwartet die Studie in vielen Regionen einen steigenden Anteil von Beschäftigten in transformationsrelevanten Branchen. Dabei gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: In ländlichen Regionen kann der prozentuale Anteil auch dann steigen, wenn die absolute Zahl der Beschäftigten sinkt. Entscheidend ist deshalb immer die regionale Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung.
Die Untersuchung zeigt damit für Brandenburg vor allem eines: Energie, Bau, Industrie und technische Berufe spielen beim wirtschaftlichen Wandel eine große Rolle – gleichzeitig könnte gerade der Fachkräftemangel die Umsetzung neuer Projekte bremsen.
Quelle: Umweltbundesamt, Studie „Arbeit und Qualifizierung in der sozial-ökologischen Transformation“, Ausgabe 01/2026.
Die Studie erschien im Januar 2026, die Autoren schlossen sie im März 2025 ab. Viele zugrunde liegende Beschäftigungsdaten stammen aus den Jahren 2022 und 2023.
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