Cottbus’ Oberbürgermeister Tobias Schick sieht die geplante Minijob-Reform kritisch. Er befürchtet Auswirkungen auf Branchen, die in der Lausitz besonders auf flexible Arbeitskräfte angewiesen seien. Dazu zählt Schick vor allem Gastronomie und Tourismus.
Aus seiner Sicht spielen Minijobs außerdem für Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle.
Minijob-Reform: Schick sieht Gastronomie und Tourismus gefährdet
Nach Einschätzung des Oberbürgermeisters benötigen viele Unternehmen in der Region weiterhin die Möglichkeit, Personal flexibel einzusetzen.
Gerade Gastronomie und Tourismus hätten bereits Schwierigkeiten, genügend Arbeitskräfte zu finden. Schick sieht beide Branchen zugleich als wichtigen Bestandteil einer lebendigen Stadt und des Strukturwandels in der Lausitz. Er warnt deshalb davor, das bisherige Instrument der Minijobs deutlich einzuschränken.
Studierende und Rentner nutzen Minijobs
Schick verweist auch auf Personengruppen, für die geringfügige Beschäftigungen eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit darstellen. Dazu gehören Menschen im Ruhestand ebenso wie Studierende. Für Cottbus sei das mit Blick auf die technisch ausgerichtete Universität und die medizinische Universität besonders relevant.
Nach Ansicht des Oberbürgermeisters können Minijobs darüber hinaus Menschen einen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglichen, die bislang keinen Schul- oder Berufsabschluss haben.
Schick: Flexible Beschäftigung nicht vorschnell aufgeben
Der Cottbuser Oberbürgermeister argumentiert, dass Veränderungen besonders Menschen treffen könnten, die auf zusätzliche Einkünfte angewiesen sind:
„Wir dürfen gerade aus Sicht einer Kommune ein solches Instrument für einen flexiblen Arbeitsmarkt und diesen Anreiz nicht einfach aus der Hand geben. Denn das würde vor allem Menschen treffen, die es ohnehin nicht üppig haben.“
Schick steht nach Angaben der Stadt bei regelmäßigen Unternehmensbesuchen mit der regionalen Wirtschaft im Austausch. Zusätzlich gibt es in Cottbus einen Wirtschaftsbeirat. Welche konkreten Folgen die geplante Minijob-Reform für Cottbus und die Lausitz haben wird, bleibt damit Gegenstand der politischen Debatte.
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