Alte Fabriken, riesige Technik und jahrhundertealtes Handwerk stehen heute in Brandenburg im Mittelpunkt. Der 4. Tag der Industriekultur ist heute offiziell in der Baruther Glashütte eröffnet worden. Auch mehrere bekannte Ausflugsziele in der Lausitz beteiligen sich an dem Aktionstag.
Industriekultur wird in der Lausitz erlebbar
Beim Tag der Industriekultur öffnen zahlreiche ehemalige Produktionsstätten, Museen und technische Denkmale im ganzen Land ihre Türen. Angeboten werden unter anderem Führungen, Rundgänge, Ausfahrten und Aktionen zum Mitmachen. In unserer Region sind gleich mehrere bekannte Orte dabei. Dazu gehören das Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte, die Brikettfabrik Louise in Domsdorf und das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld.
Damit reicht die Reise durch die Lausitzer Industriegeschichte von der Textilproduktion über die Braunkohleverarbeitung bis zu den riesigen Maschinen des Tagebaus.
Mehr als nur alte Maschinen
Der Aktionstag soll zeigen, wie stark Industrie viele Orte in Brandenburg bis heute geprägt hat. Dabei geht es nicht nur um Maschinen und ehemalige Fabrikhallen. Industriekultur erzählt auch vom Leben der Menschen, von alten Berufen und davon, wie technische Entwicklungen ganze Städte und Regionen verändert haben. Kulturstaatssekretär Tobias Dünow eröffnete den diesjährigen Aktionstag in der Baruther Glashütte im Landkreis Teltow-Fläming. Für ihn sind diese historischen Orte ein wichtiger Teil der regionalen Identität.
Rund 70 Standorte gehören zum Netzwerk
Der Tag der Industriekultur wird seit 2023 jedes Jahr am zweiten Augustwochenende veranstaltet. Organisiert wird er vom Museumsverband des Landes Brandenburg gemeinsam mit dem Touristischen Netzwerk Industriekultur Brandenburg. Zum Netzwerk gehören inzwischen rund 70 Museen und ehemalige Industrieareale. Viele von ihnen können nicht nur an diesem Wochenende, sondern das ganze Jahr über besucht werden.
Das Land Brandenburg unterstützt das Netzwerk in diesem Jahr mit 80.000 Euro.
Baruther Glashütte blickt auf mehr als 300 Jahre Geschichte
Dass der Aktionstag ausgerechnet in Baruth eröffnet wurde, hat einen besonderen Grund. Die dortige Glashütte entstand bereits 1716 und gehört zu den bedeutenden technikhistorischen Museumsstandorten Brandenburgs. Über viele Jahrzehnte wurde dort Glas hergestellt. Besonders bekannt war die frühere Fabrik für Beleuchtungsglas. Nach dem Ende der industriellen Produktion entwickelte sich das Gelände zu einem Museumsdorf. Die traditionelle manuelle Glasfertigung hat inzwischen sogar internationale Bedeutung. Sie gehört seit 2023 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit der UNESCO.
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