Der FC Energie Cottbus hat nach dem Zweitliga-Spiel gegen den FC St. Pauli Stellung zu mehreren Bannern auf der Nordwand bezogen. Die während der Partie gezeigten Spruchbänder waren nach Angaben des Vereins nicht angemeldet. Der FCE distanziert sich von diskriminierenden und herabwürdigenden Botschaften.
Mehrere Botschaften auf der Nordwand
Während des 1:1 gegen die Hamburger waren im Bereich des H-Blocks mehrere Spruchbänder zu sehen.
Ein Teil davon richtete sich gegen das Engagement für sexuelle Vielfalt innerhalb der St.-Pauli-Fanszene. Ein weiteres Banner nahm Bezug auf das sogenannte „Alerta Network„, in dem antirassistisch und antifaschistisch ausgerichtete Fangruppen aus verschiedenen Ländern miteinander vernetzt sind.
Vor den Bannern hatte die Cottbuser Nordwand außerdem eine große Choreografie in Schwarz, Rot und Gold gezeigt.
FCE betont Grundwerte des Vereins
In seiner Reaktion macht der FCE deutlich, dass das LEAG Energie Stadion ein Ort für alle Fans sein soll – unabhängig unter anderem von Herkunft, Religion, politischer Haltung, Geschlecht oder sexueller Orientierung.
Der Verein kritisiert insbesondere eine Botschaft, in der sexuelle Vielfalt mit Straftaten in Verbindung gebracht wurde. Eine solche Gleichsetzung sei für den FCE nicht akzeptabel. Die gezeigten Banner hätten nach Einschätzung des Vereins offenbar vor allem darauf gezielt, die Anhänger des FC St. Pauli zu provozieren.
Hintergrund innerhalb der St.-Pauli-Fanszene
Mehrere Medien, wie die Deutsche Presse-Agentur und die Hamburger Morgenpost, bringen einzelne Botschaften auch mit Vorgängen innerhalb der Gruppe „Ultrà Sankt Pauli“ in Verbindung.
Die Fangruppierung hatte im August selbst öffentlich gemacht, dass es innerhalb ihrer Strukturen Fälle von Machtmissbrauch sowie sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt gegeben habe. Nach eigenen Angaben zog die Gruppe daraus Konsequenzen und schloss beteiligte Mitglieder dauerhaft aus. Die Aufarbeitung dauert demnach weiter an.
Kritik auch aus der Cottbuser Fanszene
Auch die Gruppierung „Energiefans gegen Nazis“ hat die gezeigten Botschaften kritisiert. Ein Vertreter der Gruppe bezeichnete Teile davon gegenüber dem rbb als queerfeindlich und diskriminierend.
Gleichzeitig reicht der Gruppe die bisherige Reaktion des Vereins nicht aus. Sie kritisiert, dass bislang nicht öffentlich erklärt wurde, ob es konkrete Konsequenzen wegen der nicht angemeldeten Spruchbänder geben wird. Ob der FC Energie weitere Maßnahmen einleitet, ist derzeit nicht bekannt.
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