Am Cottbuser Stadthaus wird am Mittwoch, 23. September, die FrauenOrte-Gedenktafel für die ersten fünf weiblichen Stadtverordneten der Stadt wieder eingeweiht. Die bisherige Tafel war durch Vandalismus stark beschädigt worden und wird nun durch eine neu gestaltete Version ersetzt. Das Programm am Erich-Kästner-Platz beginnt um 15:45 Uhr mit kurzen Grußworten. Die eigentliche Tafeleinweihung ist für etwa 16 Uhr vorgesehen.
Fünf Frauen zogen 1919 ins Cottbuser Stadtparlament ein
Die Gedenktafel erinnert an Anna Utz, Martha Peschke, Elsbeth Petschke, Dr. Charlotte Großmann und Johanna Grauert. Sie wurden am 2. März 1919 als erste Frauen in die Cottbuser Stadtverordnetenversammlung gewählt.
Frauen durften nach der Einführung des Frauenwahlrechts erstmals an den entsprechenden Wahlen teilnehmen. Unter den damals 45 Cottbuser Stadtverordneten waren fünf Frauen. Sie gehörten unterschiedlichen politischen Listen an und brachten sich unter anderem in sozialen Fragen, im Schulwesen und in verschiedenen Ausschüssen ein.
Die erste FrauenOrte-Tafel für die Cottbuser Stadtverordneten war bereits 2014 eingeweiht worden.
Ausstellung und Performance im Stadthaus
Rund um die Wieder-Einweihung gibt es noch weiteres Programm. Vom 23. bis 25. September werden Teile der FrauenOrte-Wanderausstellung im Stadthaus gezeigt.
Am Mittwochabend folgt außerdem um 18:30 Uhr eine FrauenOrte-Performance der tanzkompanie golde g. Der Eintritt ist frei.
Projekt erinnert an Frauen in Brandenburgs Geschichte
Das Projekt „FrauenOrte im Land Brandenburg“ macht mit Gedenktafeln und weiteren Angeboten die Lebensgeschichten und das Wirken von Frauen in Brandenburg sichtbar. Dazu gehören neben den Tafeln unter anderem Ausstellungen, Hörangebote und digitale Informationen.
Die Cottbuser Gleichstellungsbeauftragte Aline Erdmann sieht die neue Tafel auch als Erinnerung an die politische Beteiligung von Frauen. Projektleiterin Dorothea Horas verweist darauf, dass die fünf Cottbuser Stadtverordneten bereits 1919 in einen bis dahin stark von Männern geprägten Bereich vorgedrungen seien.
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