Lausitzrunde schlägt Alarm: „Keine Energiewende gegen die Lausitz“

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Dienstag, 9. Juni 2026“.Liveblog ansehen

Die Bürgermeister und Amtsdirektoren der Lausitzrunde fordern ein klares Bekenntnis von Bund und Ländern zur Lausitz als Energie- und Industriestandort. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz sowie weitere Spitzenpolitiker warnen sie davor, die Region bei der Energiewende ins Abseits zu stellen.

Sorge um neue Kraftwerke in Süddeutschland

Konkret richtet sich die Kritik gegen den aktuellen Entwurf des Stromversorgungskapazitätsgesetzes. Die Lausitzrunde befürchtet, dass neue Kraftwerkskapazitäten künftig vor allem in Süddeutschland entstehen könnten.

Aus Sicht der Kommunalvertreter würde das traditionelle Energieregionen wie die Lausitz benachteiligen. Das Bündnis fordert deshalb eine Überarbeitung der Pläne und die gezielte Berücksichtigung bestehender Energiestandorte in der Region.

„Wer die Energiewende ermöglicht, darf nicht zu ihrem Verlierer werden“, heißt es in dem gemeinsamen Appell.

Lausitz sieht sich als Zukunftsstandort

Die Lausitzrunde verweist auf zahlreiche Standortvorteile der Region. Dazu zählen bestehende Kraftwerksstandorte, leistungsfähige Stromnetze, erschlossene Industrieflächen und qualifizierte Fachkräfte.

Gleichzeitig entstehen in der Lausitz wichtige Zukunftsprojekte rund um Wasserstoff, Batteriespeicher, Kreislaufwirtschaft, Rechenzentren und klimaneutrale Industrie.

Besondere Bedeutung messen die Kommunen dem Projekt Net Zero Valley Lausitz bei. Dieses soll die Region zu einem wichtigen europäischen Standort für klimafreundliche Industrie machen.

Wasserstoff und Industrie im Fokus

Nach Ansicht der Lausitzrunde ist die Region prädestiniert für den Aufbau neuer wasserstofffähiger Kraftwerke. Diese seien entscheidend für die Versorgungssicherheit, neue Industrieansiedlungen und den Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze.

Die Kommunen warnen davor, dass industrielle Wertschöpfung aus den ehemaligen Kohleregionen abwandern könnte, wenn politische Entscheidungen die Lausitz nicht ausreichend berücksichtigen.

Forderung nach schnelleren Genehmigungen

Neben Investitionen fordert die Lausitzrunde auch deutlich schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Nach Angaben des Bündnisses wurden bereits wichtige Voraussetzungen geschaffen. Für elf Industriestandorte seien strategische Umweltprüfungen abgeschlossen worden. Nun müsse der Bund die bestehenden Strukturen stärker unterstützen.

Kommunen verlangen faire Chancen

Die Lausitzrunde betont, dass sie keine Sonderbehandlung fordere. Ziel sei vielmehr eine faire Beteiligung an den kommenden energie- und industriepolitischen Entscheidungen.

Die Kommunalvertreter verweisen darauf, dass die Menschen der Region den Strukturwandel seit Jahren aktiv begleiten. Jetzt brauche es konkrete politische Entscheidungen, Investitionen und ein klares Signal für die Zukunft der Lausitz als Energieregion.

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Autor: Redaktion

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