Ein Plattenbau mit mehreren Wohnungen und Balkonen

Vorstand von eG Wohnen äußert sich zum Balkonstreit in Ströbitz

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Mittwoch, 13. Mai 2026“.Liveblog ansehen

Für viele Mieter der eG Wohnen in Cottbus ist es ein Schock: Zahlreiche Balkone sollen dauerhaft verschwinden. Hintergrund sind massive Schäden an der Bausubstanz. Laut Wohnungsgenossenschaft seien die Balkone inzwischen so marode, dass eine Sanierung wirtschaftlich und technisch keinen Sinn mehr mache.

Balkone dürfen nicht mehr betreten werden

Nach Angaben der eG Wohnen seien die Probleme bereits seit 2024 bekannt gewesen. Weitere Untersuchungen hätten dann gezeigt, dass die Schäden deutlich gravierender sind als zunächst angenommen. Die Wohnungsgenossenschaft verweist dabei vor allem auf Sicherheitsfragen. Man müsse nicht nur die Bewohner schützen, sondern auch die Verkehrssicherheit gewährleisten. Deshalb dürfen die Balkone inzwischen nicht mehr genutzt werden.

Die Mieter wurden aufgefordert, Möbel und Gegenstände zu entfernen. Zusätzlich werden aktuell Bleche vor den Balkontüren angebracht, damit niemand mehr auf die Flächen gelangen kann.


Rückbau statt Sanierung

Eine Reparatur der Balkone kommt laut eG Wohnen nicht mehr infrage. Deshalb sollen die Anlagen nun Schritt für Schritt zurückgebaut werden. Die Wohnhäuser selbst bleiben erhalten. Nach dem Abriss sollen vor den Balkontüren sogenannte französische Gitter montiert werden. Dadurch können die Bewohner die Türen weiterhin öffnen und Tageslicht nutzen.

Für viele Anwohner ist das trotzdem nur ein schwacher Ersatz, sie wollen das nicht einfach hinnehmen – und haben deshalb die Initiative „Pro Balkon“ gegründet. Gerade jetzt, wo die Temperaturen steigen und viele Menschen Zeit auf Balkon oder Terrasse verbringen möchten, sorgt die Entscheidung für Frust.

Besonders kritisch sehen viele Bewohner den Umgang mit den Gutachten. Die Initiative wirft der eG Wohnen vor, die Unterlagen nie vollständig offengelegt zu haben. Nach Aussagen der Mieter hätten sie die Gutachten weder direkt einsehen noch selbst prüfen können. Inhalte seien lediglich vorgelesen worden.

Geschäftsführer Tilo Eichler weist die Kritik zurück und betont, dass die Entscheidungen auf umfangreichen Untersuchungen beruhen würden. Wie schnell der Rückbau abgeschlossen sein wird, ist aktuell noch offen. Klar ist aber: Die Diskussion zwischen Mietern und Wohnungsgenossenschaft dürfte weitergehen.

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Autor: Redaktion

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