In Cottbus sind am 8. Mai rund 200 Menschen gegen das seit Januar 2026 geltende Wehrdienst-Modernisierungsgesetz auf die Straße gegangen. Unter den Teilnehmenden waren Schülerinnen und Schüler, Jugendliche, Eltern und auch Familien mit Kleinkindern. Der Protest richtete sich gegen die aktuelle Wehrpflicht-Debatte und gegen die Sorge, dass aus freiwilligem Dienst künftig wieder eine verpflichtende Einberufung werden könnte.
Bundesweit junge Menschen auf der Straße
Nicht nur in Cottbus, auch in mehreren anderen deutschen Städten gab es am Tag der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands lautstarke Kundgebungen. Organisiert wurden die Aktionen überwiegend von Schülervertretungen und Jugendinitiativen.
Im Mittelpunkt stand die Kritik am neuen Gesetz. Dieses setzt bislang auf Freiwilligkeit: Wer nicht zur Bundeswehr will, muss nach aktueller Regelung auch nicht dienen.
Schulstreik gegen WehrPflicht in Cottbus
Trotzdem sehen Kritikerinnen und Kritiker im neuen Verfahren einen möglichen Schritt in Richtung Wehrpflicht. Denn Männer ab dem Jahrgang 2008 müssen einen Fragebogen ausfüllen und sich mustern lassen.
Viele Demonstrierende befürchten, dass damit Strukturen geschaffen werden, die später zu einer verpflichtenden Einberufung führen könnten. Die Wehrpflicht ist im Grundgesetz weiterhin verankert und könnte per einfachem Bundestagsbeschluss wieder aktiviert werden.












Fotos: Luca Woitow
Warum der 8. Mai bewusst gewählt wurde
Das Datum der Proteste war kein Zufall. Der 8. Mai 1945 gilt als Tag der Befreiung und erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. 81 Jahre später wollten die jungen Demonstrierenden genau an diesem Gedenktag ein Zeichen setzen.
Aus ihrer Sicht ist die aktuelle Debatte um mehr militärische Strukturen für junge Menschen ein falsches Signal. Stattdessen forderten sie, Frieden stärker durch Diplomatie, Dialog und politische Lösungen zu sichern.
Frieden statt Pflichtdienst
Die Teilnehmenden machten deutlich, dass sie nicht weiter in militärische Strukturen eingebunden werden wollen. Gerade Schülerinnen und Schüler nutzten den Tag, um ihre Sorgen öffentlich zu machen.
In Cottbus wurde der Protest damit auch zu einem Generationenthema: Jugendliche, Kinder, Eltern und Familien standen gemeinsam auf der Straße, um gegen eine mögliche Verschärfung des Wehrdienstes zu demonstrieren.
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