Junge Menschen sollen im Strukturwandel der Lausitz stärker mitreden und mitentscheiden.
Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg untersuchen, wie Jugendliche den Wandel erleben – und welche Beteiligungsformen wirklich funktionieren.
Forschung zur Beteiligung junger Menschen
Im Fokus steht die Frage, wie junge Menschen Nachhaltigkeitspolitik mitgestalten können, obwohl ihre Lebensphase oft von Unsicherheit geprägt ist und politische Prozesse abstrakt wirken. Geleitet wird das Projekt von Silke Weidner, Professorin für Stadtmanagement an der BTU.
Die Untersuchung ist Teil des EU-geförderten Projekts DUST – „Demokratisierung gerechter Nachhaltigkeitsübergänge“. Gemeinsam mit Partnern wie dem Humanistisches Jugendwerk Cottbus und der Stiftung Wohlfahrtspflege Brandenburg erforscht das Team, wie Jugendliche die Folgen des Kohleausstiegs und der regionalen Transformation wahrnehmen.
Warum klassische Beteiligung oft nicht reicht
Die Forschung zeigt: Institutionelle Beteiligungsangebote greifen häufig zu kurz. Sie sind zeitlich und räumlich festgelegt – passen aber oft nicht zu den realen Lebenslagen junger Menschen. Viele Jugendliche bewegen sich zwischen Ausbildung, Job, Geldsorgen und Zukunftsfragen.
Statt klassischer Anhörungen setzt das Projekt auf kreative Methoden:
Regional Future Literacy Labs, Fotokonzeptkarten, Comics und experimentelle Visualisierungen. So werden Hoffnungen, Sorgen und Ideen sichtbar – und können in politische Prozesse einfließen.
Prof. Weidner macht klar: Beteiligung darf kein Pflichtprogramm sein. Junge Menschen brauchen Raum, um eigene Strategien, Handlungsfähigkeit und Zukunftsbilder zu entwickeln. Zukunft entsteht nicht am Reißbrett, sondern im gemeinsamen Aushandeln.
Ausstellung zeigt Zukunftsbilder der Regionen
Die Ergebnisse des Projekts werden in der Ausstellung „Regional Futures“ auf dem BTU-Campus präsentiert. Gezeigt werden Illustrationen zu möglichen Zukunftsszenarien aus vier Regionen: der Lausitz, Norrbotten, Kattowitz und Stara Zagora.
Die Ausstellung ist vom 3. Februar bis 12. März 2026 im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes zu sehen.
Mehr zum Strukturwandel in Cottbus und der Lausitz gibt’s auf radiocottbus.de.

























