Brandenburger Kartoffelernte übersteigt Nachfrage

Brandenburger Kartoffelernte übersteigt Nachfrage

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Die Kartoffelernte in Brandenburg fällt so groß aus wie selten zuvor – doch der Markt kann die Mengen nicht aufnehmen. Teile der Kartoffeln landen deshalb in Biogasanlagen, obwohl sie als Lebensmittel geeignet wären.

Rekordertrag trifft auf vollen Markt

Die Brandenburger Kartoffelernte übersteigt Nachfrage deutlich. Das berichtet der rbb. Optimale Witterungsbedingungen mit moderaten Temperaturen und passenden Niederschlägen haben zu außergewöhnlich hohen Erträgen geführt. In Brandenburg wurden rund 450.000 Tonnen Kartoffeln zu viel geerntet, bundesweit liegt der Überschuss bei 1,7 Millionen Tonnen.

Überangebot senkt Preise, verschärft Absatzprobleme

Das starke Überangebot sorgt zwar für sinkende Verbraucherpreise, gleichzeitig fehlt es aber an Abnehmern. Ein Großteil der Ernte ist zwar vertraglich gebunden, die darüber hinausgehenden Mengen lassen sich aktuell kaum vermarkten. Die Folge: genusstaugliche Kartoffeln werden energetisch verwertet, um sie überhaupt aus den Lagern zu bekommen.

Anbauflächen deutlich ausgeweitet

Die Entwicklung war absehbar. Bereits Ende September wurde mit der größten Kartoffelernte seit 25 Jahren gerechnet. Die Anbaufläche in Deutschland wuchs gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent auf 301.000 Hektar – so viel wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Auch in Brandenburg wurde die Fläche von 10.700 auf rund 11.500 Hektar ausgeweitet.

Kartoffel bleibt Schlüssel für Ernährung

Trotz aktueller Marktprobleme bleibt die Kartoffel ein zentrales Lebensmittel. Weltweit ist sie nach Reis, Weizen und Mais die viertwichtigste Kulturpflanze. In Deutschland ist der Pro-Kopf-Verbrauch zuletzt deutlich gestiegen: 63,5 Kilogramm im Wirtschaftsjahr 2023/24 – der höchste Wert seit zwölf Jahren.

Autor: Redaktion

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