Notaufnahmen und Rettungsdienste könnten in Brandenburg bis 2040 deutlich unterschiedlich stark beansprucht werden. Eine aktuelle BARMER-Analyse rechnet landesweit mit mehr ambulanten Notfallbehandlungen – für den Raum Lauchhammer-Schwarzheide sieht die Modellrechnung dagegen einen Rückgang von 17,7 Prozent gegenüber 2024.
Lauchhammer-Schwarzheide fällt aus dem Landestrend
Für ganz Brandenburg prognostiziert die BARMER bis 2040 einen Anstieg der ambulanten Notfallbehandlungen in Krankenhäusern um 20,2 Prozent.
Regional unterscheiden sich die Berechnungen allerdings deutlich. Die Spanne reicht von minus 17,7 Prozent im Mittelbereich Lauchhammer-Schwarzheide bis zu plus 40,6 Prozent in Eberswalde.
Die Zahlen sind keine feste Vorhersage. Grundlage ist ein Modell, das unter anderem die erwartete Bevölkerungsentwicklung und die künftige hausärztliche Versorgung berücksichtigt.
Auch Rettungsdienste könnten stärker gefordert sein
Bei Rettungsdiensteinsätzen mit anschließendem Patiententransport erwartet die Analyse für Brandenburg insgesamt ein Plus von 13,9 Prozent bis 2040.
Je nach Region reicht die berechnete Entwicklung dabei von minus 9,8 bis plus 25,1 Prozent.
Als einen wichtigen Faktor nennt die BARMER die alternde Bevölkerung. Gleichzeitig könne auch die Verfügbarkeit von Hausärzten und anderen ambulanten Angeboten beeinflussen, wie häufig Menschen Notaufnahmen oder den Rettungsdienst nutzen.
Patienten sollen schneller zur passenden Anlaufstelle kommen
Aus Sicht der Krankenkasse reicht es deshalb nicht aus, einfach zusätzliche Kapazitäten in Notaufnahmen und Rettungsdiensten aufzubauen.
Entscheidend sei, Patienten schon zu Beginn besser einzuschätzen und an die passende Stelle weiterzuleiten. Dazu gehören aus Sicht der BARMER eine bessere Verbindung von Hausärzten, Bereitschaftsdienst, Rettungsdienst und Krankenhaus-Notaufnahmen.
Gerade Beschwerden, die nicht zwingend im Krankenhaus behandelt werden müssen, könnten so häufiger ambulant versorgt werden.
BARMER sieht Entlastungspotenzial von mehr als 25 Prozent
Die Analyse hat außerdem berechnet, welchen Effekt eine stärkere Steuerung der Patienten haben könnte.
Würde die Nutzung der Notfallversorgung auf das Niveau der fünf Prozent der deutschen Regionen mit den niedrigsten Raten sinken, könnten bis 2040 sowohl ambulante Notfallbehandlungen als auch Rettungsdiensteinsätze mit Patiententransport um mehr als ein Viertel niedriger ausfallen.
Auch eine bessere hausärztliche Versorgung könnte den prognostizierten Anstieg nach dem Modell abschwächen.
Daten von rund 8,5 Millionen Versicherten ausgewertet
Grundlage der Untersuchung sind BARMER-Daten von rund 8,5 Millionen Versicherten aus dem Jahr 2024.
Einbezogen wurden unter anderem Alter, Geschlecht und Wohnort. Diese Daten wurden mit Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung und zur hausärztlichen Versorgung kombiniert.
Untersucht wurden bundesweit 984 Mittelbereiche. Krankentransporte ohne Notfalleinsatz waren nicht Teil der Analyse.
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