Rund 5.800 Kinder betroffen: Dahme-Spreewald entwickelt neues Hilfskonzept

LIVEBLOGDieser Eintrag ist Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Freitag, 16. Oktober 2026“.Liveblog ansehen

Im Landkreis Dahme-Spreewald wachsen nach Schätzungen rund 5.800 Kinder unter 14 Jahren in Familien mit Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen auf. Damit Hilfen früher ankommen und besser zusammenarbeiten, entwickelt der Landkreis jetzt ein kommunales Gesamtkonzept. Dahme-Spreewald ist dabei eine von drei Pilotkommunen in Brandenburg.

Bestehende Hilfen sollen besser zusammenarbeiten

Nach Angaben des Landkreises betrifft die Situation schätzungsweise jedes fünfte Kind in Dahme-Spreewald.

Zwar gibt es bereits zahlreiche Unterstützungsangebote – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe, im Gesundheitswesen, in Schulen, der Suchtberatung und der psychosozialen Versorgung. Häufig fehle es jedoch an einer ausreichenden Vernetzung und an Wissen darüber, welche Hilfe wo verfügbar ist.

Genau dort soll das neue Gesamtkonzept ansetzen. Familien sollen schneller die passende Anlaufstelle finden und möglichst früh Unterstützung erhalten.

80 Fachleute kommen in Königs Wusterhausen zusammen

Zum Auftakt des Projekts trafen sich am 12. Oktober rund 80 Beteiligte im Funkerbergsaal in Königs Wusterhausen.

Vertreten waren verschiedene Fachbereiche und Institutionen, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten. Gemeinsam ging es darum, bestehende Angebote zu betrachten, mögliche Versorgungslücken zu erkennen und die Zusammenarbeit über einzelne Einrichtungen hinweg zu verbessern.

Koordiniert wird das Vorhaben im Landkreis von Gesundheitskoordinatorin Elisa Florstedt.

Jugendamt und Gesundheitsamt sollen enger kooperieren

Ein wichtiger Teil des Konzepts ist die stärkere Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Gesundheitsamt.

Zuständigkeiten sollen besser aufeinander abgestimmt und vorhandene Kompetenzen gebündelt werden. Ziel ist es, nicht nur einzelne Projekte miteinander zu verbinden, sondern dauerhafte Strukturen zu schaffen.

Auch Fachkräfte aus Schulen, Kitas, Jugendhilfe oder Gesundheitswesen sollen stärker für das Thema sensibilisiert und geschult werden. Dazu gehört, Belastungsanzeichen bei Kindern zu erkennen und schwierige Themen mit Familien angemessen anzusprechen.

Hilfen sollen auch digital leichter erreichbar sein

Der Landkreis will zudem prüfen, wie Informationen und Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche digital besser zugänglich gemacht werden können.

Gerade junge Menschen sollen so auch dann Informationen und Hilfe finden können, wenn sie sich zunächst nicht persönlich an eine Beratungsstelle wenden möchten.

Pilotprojekt für Brandenburg

Dahme-Spreewald ist die erste von insgesamt drei Pilotkommunen in Brandenburg, die ein solches kommunales Gesamtkonzept entwickelt.

Das Vorhaben gehört zum Projekt „selbstbestimmt“ der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen und wird von der Auridis Stiftung gefördert.

Langfristig sollen die entwickelten Strukturen auch nach Ende einzelner Projekte bestehen bleiben. Ziel ist ein Unterstützungssystem, das betroffene Kinder und Familien früher erreicht und vorhandene Hilfen besser miteinander verbindet.

Foto: LDS/Janet Grund

Noch mehr News, Hintergründe und Entwicklungen von heute lest ihr in unserem Tages-Liveticker auf radiocottbus.de.

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du radiocottbus.de als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.  Füge radiocottbus.de hier als bevorzugte Quelle hinzu.

---
---

Autor: Redaktion

Und auf Radio Cottbus …

mehr Lausitznews