Cottbus hat einen Standort für die geplante hausärztliche Übergangspraxis gefunden. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) will die neue Praxis in der Puschkinpromenade direkt neben der Kästner-Grundschule eröffnen. Die Stadt hofft auf einen schnellen Start. Laut einer aktuellen Stellenausschreibung plant die KVBB die Eröffnung noch im vierten Quartal 2026.
Ehemaliges Schulgebäude wird zur Arztpraxis
Für die Praxis nutzt die KVBB ein Gebäude, das bereits zur Cottbuser Schullandschaft gehörte. Früher gehörte das Haus zur Spreeschule, zuletzt nutzte es die Grundschule Am Brunschwigpark. Die Stadt unterstützte die KVBB bei der Suche nach geeigneten Räumen. Oberbürgermeister Tobias Schick teilte jetzt mit, dass die Standortsuche abgeschlossen ist. Die Praxis entsteht in der Puschkinpromenade neben der Kästner-Grundschule.
KVBB sucht zwei Ärzte für die neue Praxis
Jetzt braucht die neue Praxis noch Personal. Laut Stadt läuft bereits die Ausschreibung für zwei Arztstellen. Die KVBB sucht aktuell Fachärzte für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin. Sie bietet sowohl Vollzeit als auch Teilzeit an. Zu den Aufgaben gehören die hausärztliche Behandlung von Patientinnen und Patienten, die Versorgung von Akutfällen sowie die Koordination weiterer Diagnostik und Behandlungen. Die KVBB sucht außerdem medizinische Fachangestellte für den neuen Standort.
Die KVBB richtet das Angebot vor allem an Cottbuserinnen und Cottbuser, die aktuell keine hausärztliche Versorgung finden. Die Praxis soll insbesondere bei akutem Behandlungsbedarf helfen – beispielsweise dann, wenn jemand dringend ein Medikament benötigt. Gleichzeitig will die KVBB bestehende Arztpraxen und den Bereitschaftsdienst entlasten. Die Einrichtung ersetzt dabei keine langfristige Hausarztpraxis. Die KVBB versteht sie als Übergangslösung und begrenzt den Betrieb zunächst bis zum 31. Dezember 2028.
Mehr als die Hälfte der Hausärzte ist über 60
Hinter dem Projekt steht die angespannte hausärztliche Versorgung in Cottbus und der Region. Nach Angaben der KVBB sinkt die Zahl der hausärztlichen Versorgungsaufträge bereits seit 2021. Auch die Altersstruktur verschärft die Situation. 55,9 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte in der Region sind älter als 60 Jahre. Außerdem schließen nach Angaben der KVBB bis Ende 2027 sechs weitere Praxen ohne Nachfolge. Mit der Praxis in der Puschkinpromenade will die KVBB deshalb kurzfristig zusätzliche Versorgung schaffen.
Zusätzlich plant Cottbus „Primär Cottbus“
Parallel arbeitet die Stadt an einer langfristigen Lösung. Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptpost soll das Primärversorgungszentrum „Primär Cottbus“ entstehen. Anders als die Übergangspraxis soll dort später ein größeres Team aus Hausärzten, Pflegefachkräften, medizinischen Fachangestellten sowie therapeutischen und beratenden Angeboten zusammenarbeiten. Die Stadt strebt einen Start im Jahr 2028 an und führt dazu Gespräche mit möglichen Betreibern. Bis dahin soll die neue Praxis in der Puschkinpromenade eine akute Lücke in der hausärztlichen Versorgung schließen.
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