In Oberspreewald-Lausitz haben 2024 laut Deutschlandatlas 12,5 Prozent der Schulabgängerinnen und Schulabgänger die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen. Damit liegt der Anteil deutlich über dem bundesweiten Wert von 7,5 Prozent. Das Brandenburger Bildungsministerium weist allerdings darauf hin, dass die Zahlen des Deutschlandatlas von den eigenen Statistiken abweichen.
Anteil in OSL steigt
Nach den Angaben des Deutschlandatlas hatte jeder achte Schulabgänger im Landkreis Oberspreewald-Lausitz keinen Hauptschulabschluss. Der Anteil lag 2024 bei 12,5 Prozent. In der vorherigen Ausgabe des Atlas waren es noch 11,75 Prozent. Deutschlandweit lag der Wert bei 7,5 Prozent. Unter den 400 Landkreisen und kreisfreien Städten wird OSL auf Platz 32 geführt. Innerhalb Brandenburgs liegt der Landkreis laut Deutschlandatlas auf Platz drei. Bundesweit reicht die Spanne von 1,7 Prozent im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz bis zu 17,9 Prozent im Landkreis Stendal.
Bildungsministerium nennt andere Zahlen
Das Brandenburger Bildungsministerium weist allerdings darauf hin, dass die Daten des Deutschlandatlas nicht mit den Zahlen des Landes und des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg übereinstimmen. Warum die Angaben voneinander abweichen, sei nach Angaben des Ministeriums nicht nachvollziehbar. Nach den Landeszahlen stieg der Anteil der Jugendlichen ohne Berufsbildungsreife in Brandenburg im Schuljahr 2023/24 von 7,3 auf 7,7 Prozent. Deutschlandweit erhöhte sich der Wert demnach von 7,1 auf 7,8 Prozent.
Als mögliche Ursachen nennt das Ministerium unter anderem eine höhere Zahl von Jugendlichen, die seit der Corona-Pandemie regelmäßig dem Unterricht fernbleiben. Auch Schülerinnen und Schüler in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe sowie Jugendliche, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben und noch wenig Deutsch sprechen, könnten eine Rolle spielen. Ein Teil der Jugendlichen holt einen fehlenden Abschluss später nach. Nach zehn Schuljahren können sie beispielsweise an eine Berufsfachschule eines Oberstufenzentrums wechseln.
Landkreis verweist auf Förderschüler
Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz weist zudem darauf hin, dass in der Statistik auch Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf enthalten sind. Sie lernen entweder an Förderschulen oder inklusiv an anderen Schulen. Die Zahl dieser Schülerinnen und Schüler sei nach Angaben des Landkreises seit Jahren weitgehend stabil. Im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung steige sie allerdings kontinuierlich. Der Deutschlandatlas weist nicht gesondert aus, wie groß der Anteil dieser Schülerinnen und Schüler an den Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss ist.
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