Nach dem Anschlag auf das Umspannwerk Turnow-Preilack hat das Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Am Dienstagmorgen waren an einer Stromleitung mehrere unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt worden. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Beobachtungen zur Tat oder zu möglichen Tatverdächtigen gemacht haben.
Anschlag auf Umspannwerk Turnow-Preilack: Polizei bittet um Hinweise
Gegen 8 Uhr war der Polizei am 1. September zunächst eine mutmaßliche Beschädigung an einer Oberleitung gemeldet worden.
Bei der Untersuchung des Bereichs fanden die Einsatzkräfte mehrere sogenannte unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen. Einige davon waren offenbar nicht ausgelöst worden.
Entschärfer des Landeskriminalamtes kamen zum Einsatz, außerdem wurden Spuren gesichert. Das LKA führt inzwischen die weiteren Ermittlungen.
Gesucht werden Zeugen, die am Dienstagmorgen rund um das Umspannwerk etwas Verdächtiges beobachtet haben. Auch Hinweise zu möglichen Tatverdächtigen und deren Beschreibung können der Polizei helfen.
Selbstgebaute Flugkörper eingesetzt
Nach Angaben des Netzbetreibers 50Hertz kamen selbstgebaute Flugkörper zum Einsatz, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln.
Vor Ort wurden demnach auch weitere Flugkörper gefunden, die noch nicht gestartet worden waren.
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sprach von Sabotagehandlungen. Nach seinen Angaben sollte leitfähiges Material in Bereiche mit Höchstspannung gebracht werden, um Kurzschlüsse auszulösen.
In zwei Fällen sei dies gelungen. Insgesamt wurde eine zweistellige Zahl entsprechender Vorrichtungen gefunden.
Stromversorgung blieb stabil
Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben von 50Hertz nicht beeinträchtigt.
Es kam lediglich zu einer kurzzeitigen Unterbrechung einer Leitung. Anschließend waren die Leitungen wieder in Betrieb.
Im Kraftwerk Jänschwalde wurde infolge des Vorfalls allerdings vorübergehend ein Block abgeschaltet.
Menschen wurden nicht verletzt.
Woidke verurteilt Angriff auf kritische Infrastruktur
Ministerpräsident Dietmar Woidke verurteilte den mutmaßlichen Anschlag und betonte, dass Angriffe auf kritische Infrastruktur sehr ernst genommen würden.
Sein Dank galt den Einsatzkräften sowie den Beschäftigten des Umspannwerks und des Kraftwerks.
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