Schulstress belastet Jugendliche in Brandenburg besonders stark

LIVEBLOGDieser Eintrag war Teil des Liveblogs „Lausitz Live – Der Tag im Ticker – Donnerstag, 27. August 2026“.Liveblog ansehen

Schulstress ist für Jugendliche in Brandenburg und Berlin die größte abgefragte Alltagsbelastung. 35 Prozent der 14- bis 17-Jährigen fühlen sich dadurch stark beeinträchtigt. Das geht aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER hervor. Damit liegt der Wert in der Region leicht über dem bundesweiten Anteil von 33 Prozent.

Schulstress bei Jugendlichen auf Platz eins

Für die Studie wurden bundesweit 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt, darunter 180 Jugendliche aus Berlin und Brandenburg.

Bei den regionalen Ergebnissen liegt der Schulstress bei Jugendlichen deutlich vorn. 35 Prozent geben eine starke Beeinträchtigung an. Dahinter folgen Stress innerhalb der Familie mit 20 Prozent und Einsamkeit mit 17 Prozent.

16 Prozent fühlen sich durch psychische Erkrankungen stark beeinträchtigt, 14 Prozent durch Stress im Freundeskreis. Stress in einer Partnerschaft spielt mit acht Prozent eine vergleichsweise kleinere Rolle.

Mädchen bundesweit deutlich stärker von Schulstress betroffen

Große Unterschiede zeigen sich in der bundesweiten Auswertung zwischen Mädchen und Jungen. 42 Prozent der Mädchen berichten von einer starken Beeinträchtigung durch Schulstress. Bei den Jungen sind es 25 Prozent.

Auch bei den weiteren untersuchten Belastungsfaktoren berichten Mädchen bundesweit häufiger von starken Belastungen.

Wichtig dabei: Diese Geschlechterwerte beziehen sich auf die bundesweite Auswertung und nicht speziell auf Brandenburg und Berlin.

Auch Einsamkeit und psychische Probleme spielen eine Rolle

Neben dem Leistungsdruck in der Schule zeigt die Untersuchung, dass Jugendliche mit mehreren Belastungen gleichzeitig konfrontiert sein können.

In Berlin und Brandenburg fühlen sich 17 Prozent durch Einsamkeit stark beeinträchtigt. Bei psychischen Erkrankungen liegt der Anteil bei 16 Prozent.

BARMER-Landesgeschäftsführerin Gabriela Leyh fordert deshalb, Belastungen frühzeitig ernst zu nehmen. Schulen könnten dabei mit erreichbaren Beratungsangeboten, vertrauten Ansprechpartnern und mehr Sensibilität für psychische Belastungen eine wichtige Rolle spielen.

Bildungsweg macht bundesweit einen Unterschied

Auch beim Bildungsgrad zeigen die bundesweiten Ergebnisse Unterschiede. Jugendliche mit formal niedrigerem Bildungsgrad berichten in allen untersuchten Bereichen häufiger von starken Beeinträchtigungen als Jugendliche mit formal höherem Bildungsgrad.

Besonders groß sind die Unterschiede laut Studie bei Mobbing, Süchten, Einsamkeit und chronischen körperlichen Erkrankungen.

Die Ergebnisse zeigen damit, wie unterschiedlich Jugendliche ihren Alltag erleben können. Klar an der Spitze der abgefragten Belastungen steht in Berlin und Brandenburg allerdings die Schule: Mehr als jeder dritte Jugendliche fühlt sich durch Schulstress stark beeinträchtigt.

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Autor: Redaktion

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